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Globalisierung: Wieczorek-Zeul kritisiert
USA für «Doppelmoral»
Entwicklungshilfeministerin
Heidemarie Wieczorek- Zeul (SPD) hat den USA in Globalisierungsfragen
«Doppelmoral» zu Lasten der Entwicklungsländer
vorgeworfen.
Berlin (dpa) - Mit einem kürzlich
verabschiedeten Gesetz, das die staatlichen Subventionen des amerikanischen
Agrarsektors um 70 Prozent auf 130 Milliarden US-Dollar erhöhe,
hätten die USA ein «verheerendes Signal» gesetzt.
Das sagte die Ministerin am Montag in Berlin im Vorfeld einer
Konferenz zur Politik der Armutsbekämpfung.
Auch die zur Organisation für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gehörenden
Länder wendeten derzeit 360 Milliarden US-Dollar für
den Schutz ihrer Agrarmärkte auf - rund sieben Mal so viel,
wie weltweit für die staatliche Entwicklungszusammenarbeit
aufgewendet werde.
Um die Globalisierung nicht zu
Lasten der armen Länder gehen zu lassen, müssten die
Märkte deshalb konsequent für Produkte aus den Entwicklungsländern
geöffnet und Exportsubventionen abgebaut werden, forderte
Wieczorek-Zeul.
«Auch die Bundesregierung
sieht sich in der Pflicht», betonte sie. Im Zuge von EU-Beschlüssen
werde der Bund den Anteil der öffentlichen Gelder für
die Entwicklungszusammenarbeit in der kommenden Legislaturperiode
von derzeit 0,27 auf 0,33 Prozent erhöhen. Dies entspreche
einer Steigerung von fünf auf sechs Milliarden US-Dollar
jährlich.
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