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Töpfer geißelt "ökologische
Aggression"
Der Chef der UN-Umweltbehörde
UNEP, Klaus Töpfer, hat an Bundeskanzler Gerhard Schröder
appelliert, trotz des Bundestags-Wahlkampfes Anfang September
zum UN-Gipfel nach Johannesburg zu reisen.
Hamburg (vv, ots) - Es sei "eine
notwendige Komponente auch der innenpolitischen Profilierung,
sich der globalen Verpflichtung zu stellen", sagt der frühere
Bundesumweltminister Töpfer in einem Interview mit der Wochenzeitung
"Die Zeit". Der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung
findet Ende August/Anfang September in Südafrika statt.
Enttäuscht äußerte
sich der CDU-Politiker zur Bilanz des Erdgipfels von Rio de Janeiro,
dessen zehnjähriges Jubiläum Anlass für das Treffen
in Johannesburg ist. "Viele unserer Hoffnungen sind leider
nicht Wirklichkeit geworden", sagt Töpfer.
Dass insbesondere arme, beispielsweise
afrikanische Länder, unter den von reichen Ländern verursachten
Umwelteffekten leiden, bezeichnet Töpfer als "ökologische
Aggression" und "fast schon ausbeuterisches Verhalten".
In Rio sei versäumt worden, "unsere Absichtserklärungen
verbindlich, sogar einklagbar zu machen", so Töpfer,
der an dem Treffen vor zehn Jahren als deutscher Umweltminister
teilnahm.
Töpfer warnt gleichzeitig
vor einem Scheitern des Weltgipfels in Johannesburg. Der Staat
müsse auch in einer globalisierten Welt "eine wichtige
Rolle spielen", sagte der UNEP-Chef. Vom Weltgipfel in Johannesburg
erwarte er "ein konkretes, mit Zeitplänen versehenes
Handlungsprogramm". Töpfer fordert eine Rahmenkonvention
für Umwelthaftung.
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