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Reaktor abgestellt: Umweltschützer
stürmen spanisches Atomkraftwerk
Umweltschützer der Organisation
Greenpeace sind auf das Dach eines Atomkraftwerks in Mittelspanien
geklettert und haben die einstweilige Abschaltung des ältesten
spanischen Reaktors erzwungen.
Guadalajara (dpa) - Bei der Protestaktion
drangen sechs Aktivisten am Donnerstag auf das Kraftwerksgelände
vor und harrten mit einem Transparent fünf Stunden auf der
30 Meter hohen Reaktorkuppel aus. Etwa 20 weitere Greenpeace-Mitglieder
ketteten sich nach Angaben der Organisation an ein Gitter neben
der Einfahrt zum Werksgelände.
Die Betreiber des José-Cabreras-Kraftwerks
in Zorita (80 Kilometer östlich von Madrid) lösten auf
Grund des Zwischenfalls Alarm aus und ordneten eine «kontrollierte
Abschaltung» des Reaktors an. Wie die Behörde für
Nuklearsicherheit (CSN) mitteilte, muss das Kraftwerk «einige
Tage lang» abgeschaltet bleiben. Es könne erst nach
einer Serie von Sicherheitstests wieder ans Netz gehen.
Die Umweltschützer, darunter
auch Deutsche, forderten die völlige Schließung des
Kraftwerks. Sie waren am Morgen auf das Reaktorgelände gelangt.
Ein Wachmann gab einen Warnschuss ab, konnte die Gruppe aber nicht
aufhalten.
Das 1969 in Betrieb genommene
Atomkraftwerk ist nach Ansicht von Greenpeace «unsicher
und veraltet». Der Druckwasser-Reaktor entspreche nicht
den Sicherheitsnormen. Sein Beitrag zur Stromerzeugung sei unerheblich.
Die CSN-Präsidentin Maria Teresa Estévan hatte kürzlich
selbst eingeräumt, dass das Kraftwerk «veraltet und
störungsanfällig» sei.
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