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- 24.04.2002 -

 

 

 

 

 

 

Grüne: Wahlkampagne vorgestellt

«Brüder, durch Sonne zur Arbeit» soll in Abwandlung des alten sozialdemokratischen Arbeiterlieds klar machen, dass Ökologie und Umstellung auf moderne Energien Arbeitsplätze schaffe.

Von Ruth Lindenberg, dpa

Berlin (dpa) - Respektlos verpasst das Grünen-Wahlplakat dem monumentalen Kanzleramtsbau in Berlin virtuelle Sonnenkollektoren. «Grün wirkt!» verspricht der knappe Text. Er sagt auch wobei: «Brüder, durch Sonne zur Arbeit» soll in Abwandlung des alten sozialdemokratischen Arbeiterlieds klar machen, dass Ökologie und Umstellung auf moderne Energien Arbeitsplätze schaffe.

Das Motto «Grün wirkt!», verbunden mit Hinweisen auf künftige Pläne soll klar machen: «Wir haben viel erreicht. Wir haben noch viel mehr vor», sagt Bernd Heusinger von der Agentur «Zum goldenen Hirschen», die die Kampagne der Grünen für die Wahl am 22. September entworfen hat.

Sein Kollege Marcel Loco sieht die Grünen als «junge Partei, schnell, aktiv, manchmal provokativ». Letzteres wird deutlich, wenn auf einem Plakat etwa «die Hälfte der Macht für Männer» gefordert wird oder für «Deutschland als Einwanderungsland» chinesisch oder afrikanisch anmutende Gartenzwerge werben - neben dem bekannten Original.

Die Grünen setzen zu Beginn ihrer Wahlkampagne stark auf die politischen Inhalte. Sie scheuen aber - anders als bei früheren Wahlkämpfen - nicht vor Personalisierung zurück. Die sieben Mitglieder der Wahlkampfmannschaft sind - angeführt vom Spitzenkandidaten, Außenminister Joschka Fischer, - zur Vorstellung der Kampagne in die Speicher-Etage der Werbeagentur am Spreeufer gekommen.

Jeder der drei Minister und der vier Partei- und Fraktionsvorsitzenden steht für ein Themenfeld der Politik. Verbraucherschutzministerin Renate Künast beispielsweise ist verantwortlich für «Die neue Ess-Klasse. Sicher für alle.»

Zentrale Felder sollen Kinder- und Familienpolitik sein, Energie-, Außen- und Sicherheitspolitik. Dabei grenzen sie sich durchaus auch von der SPD ab, um einen eigenständigen Wahlkampf zu führen. Joschka Fischer steht natürlich fürs Auswärtige und Europa.

Aber auch für alles andere. Der Spitzenkandidat und seit vielen Umfragen mit Abstand beliebteste deutsche Politiker darf bei der Vorstellung auch mit 20 Minuten am längsten im überfüllten Speicher- Quartier reden. Die anderen sechs haben jeder maximal fünf Minuten.

Fischer wirkt auch bei dieser Präsentation wieder auffallend entspannt - wie jedes Mal, seit ihn seine Partei Anfang des Jahres zum Spitzenkandidaten ausrief. Wiederholt hat der Außenminister seitdem verkündet, wie viel Lust er gerade auf diesen Wahlkampf hat. «Das wird keine Spaßentscheidung», warnt er. «Der Wind bläst uns heftig ins Gesicht.» Aber bange machen gilt nicht. «Von Verzagtheit keine Spur», sagt er.

 Mehr Informationen:

Die Grünen

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