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- 19.04.2002 -

 

 

 

 

 

 

Entwicklungshilfe: Wolfensohn fordert Geld statt Versprechungen

Weltbank-Präsident James Wolfensohn hat die reichen Länder erneut aufgefordert, nach jahrelangen Versprechungen über Hilfe für Arme endlich in Aktion zu treten.

Washington (dpa) - «Was wir jetzt brauchen ist Geld, keine weiteren Versprechen für die Zukunft», sagte Wolfensohn am Freitag in Washington vor der Frühjahrstagung von Weltwährungsfonds (IWF) und Weltbank.

Er kritisierte die hohen Subventionen in Industrieländern für Produkte wie Kaffee, Baumwolle und Textilien, die die Exporte armer Länder blockieren und damit deren Entwicklung behindern.

Wolfensohn forderte nach den zahlreichen Strategietreffen und Absichtserklärungen, etwa auch auf der Entwicklungskonferenz in Monterrey/Mexiko, die zügige Umsetzung aller Versprechungen.

«Jeder hat jetzt alles vernünftige über Entwicklungshilfe gesagt, was es zu sagen gibt. Sinn dieses Treffens ist es, in Aktion zu treten», sagte Wolfensohn.

Die Weltbank geht davon aus, dass zur Verwirklichung der UN-Ziele, die Armut weltweit bis 2015 zu halbieren, 40 bis 60 Milliarden Dollar nötig sind. Zur Zeit beläuft sich die weltweite Entwicklungshilfe auf rund 50 Milliarden Dollar.

Selbst eine immense Aufstockung nütze jedoch nichts, wenn die Handelsbarrieren nicht abgebaut würden. «Subventionen im Umfang von 350 Milliarden Dollar im Jahr - das ist ein System, das auf Dauer nicht haltbar ist», sagte Wolfensohn.

Die Weltbank will bei dem Treffen der Entwicklungsminister am Sonntag ein Pilotprogramm in zehn Ländern starten, mit dem für alle Kinder eine Grundschulausbildung finanziert werden soll. Die noch nicht ausgewählten Länder sollen später als Modell für ähnliche Projekte in den anderen 78 Ländern dienen, die das UN-Ziel, alle Kinder bis 2015 in die Schule zu schicken, ohne Hilfe von außen nicht erreichen würden.

Gleichzeitig sollen die Minister Vorschläge machen, wie die Wirksamkeit von Entwicklungshilfe konkret an den Fortschritten im Hinblick auf die UN-Ziele für 2015 gemessen werden kann.

Er habe die Mitgliedsländer der Weltbank gebeten, ihre eigenen Modelle zu skizzieren, mit denen sie die Wirksamkeit von Budgetposten zu Hause messen. Bislang habe nur aus Neuseeland Antwort erhalten, sagte Wolfensohn.

 Mehr Informationen:

Weltbank

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

vista verde: Entwicklung


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