|
Entwicklungshilfe: Wolfensohn fordert
Geld statt Versprechungen
Weltbank-Präsident James
Wolfensohn hat die reichen Länder erneut aufgefordert, nach
jahrelangen Versprechungen über Hilfe für Arme endlich
in Aktion zu treten.
Washington (dpa) - «Was
wir jetzt brauchen ist Geld, keine weiteren Versprechen für
die Zukunft», sagte Wolfensohn am Freitag in Washington
vor der Frühjahrstagung von Weltwährungsfonds (IWF)
und Weltbank.
Er kritisierte die hohen Subventionen
in Industrieländern für Produkte wie Kaffee, Baumwolle
und Textilien, die die Exporte armer Länder blockieren und
damit deren Entwicklung behindern.
Wolfensohn forderte nach den
zahlreichen Strategietreffen und Absichtserklärungen, etwa
auch auf der Entwicklungskonferenz in Monterrey/Mexiko, die zügige
Umsetzung aller Versprechungen.
«Jeder hat jetzt alles vernünftige
über Entwicklungshilfe gesagt, was es zu sagen gibt. Sinn
dieses Treffens ist es, in Aktion zu treten», sagte Wolfensohn.
Die Weltbank geht davon aus,
dass zur Verwirklichung der UN-Ziele, die Armut weltweit bis 2015
zu halbieren, 40 bis 60 Milliarden Dollar nötig sind. Zur
Zeit beläuft sich die weltweite Entwicklungshilfe auf rund
50 Milliarden Dollar.
Selbst eine immense Aufstockung
nütze jedoch nichts, wenn die Handelsbarrieren nicht abgebaut
würden. «Subventionen im Umfang von 350 Milliarden
Dollar im Jahr - das ist ein System, das auf Dauer nicht haltbar
ist», sagte Wolfensohn.
Die Weltbank will bei dem Treffen
der Entwicklungsminister am Sonntag ein Pilotprogramm in zehn
Ländern starten, mit dem für alle Kinder eine Grundschulausbildung
finanziert werden soll. Die noch nicht ausgewählten Länder
sollen später als Modell für ähnliche Projekte
in den anderen 78 Ländern dienen, die das UN-Ziel, alle Kinder
bis 2015 in die Schule zu schicken, ohne Hilfe von außen
nicht erreichen würden.
Gleichzeitig sollen die Minister
Vorschläge machen, wie die Wirksamkeit von Entwicklungshilfe
konkret an den Fortschritten im Hinblick auf die UN-Ziele für
2015 gemessen werden kann.
Er habe die Mitgliedsländer
der Weltbank gebeten, ihre eigenen Modelle zu skizzieren, mit
denen sie die Wirksamkeit von Budgetposten zu Hause messen. Bislang
habe nur aus Neuseeland Antwort erhalten, sagte Wolfensohn.
|