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Rat für Nachhaltigkeit: DLG-Präsident
geht aus Protest
Aus Protest gegen die Pläne
der Bundesregierung zum Ausbau des Öko-Landbaus hat der Präsident
der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG), Philip Freiherr
von dem Bussche, den Rat für Nachhaltige Entwicklung verlassen.
Frankfurt/Main (dpa) - In ihrer
«Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie» strebe die Bundesregierung
für den ökologischen Landbau einen Anteil von 20 Prozent
bis 2010 an, dies sei kein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung,
schrieb von dem Bussche nach DLG-Angaben vom Freitag an Bundeskanzler
Gerhard Schröder (SPD) zur Begründung.
Entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse
habe die Bundesregierung sich auf den Öko-Landbau als einen
generellen Indikator für Nachhaltigkeit festgelegt. Dies
sei eine rein ideologisch bestimmte Position.
Eine Wirtschaftsform zum Leitbild
der Nachhaltigkeit zu erheben, die bis zu 50 Prozent mehr Fläche
benötige als die konventionelle Landwirtschaft, um die gleiche
Menge an Nahrungsmitteln zu erzeugen, sei nicht nachhaltig, kritisierte
von dem Bussche.
Die Bundesregierung hatte am
Mittwoch ein umfassendes Modernisierungskonzept beschlossen. Neben
dem Ausbau des Öko-Landbaus sollen Angebote für Kinderbetreuung,
Bildung und Forschung ausgeweitet und der Anteil erneuerbarer
Energien verdoppelt werden. Diese «Nationale Nachhaltigkeitsstrategie»
ist der deutsche Beitrag zum Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung
Ende August in Südafrika.
Der Rat für Nachhaltige
Entwicklung, dem 17 Persönlichkeiten aus Umweltverbänden,
Wirtschaft, Gewerkschaften, Kirchen und Wissenschaft angehören,
war im vergangenen Jahr von der Bundesregierung berufen worden,
um konkrete Vorschläge zu erarbeiten. Von dem Bussche war
in dem Gremium einziger Vertreter der Landwirtschaft.
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