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- 11.04.2002 -

 

 

 

 

 

Moskau: Ratifizierung des Kyoto-Protokolls noch nicht beschlossen

Die russische Regierung hat sich für die Ratifizierung des Klimaschutz-Protokolls von Kyoto ausgesprochen, die entsprechende Empfehlung an das Parlament aber noch nicht ausgesprochen.

Moskau (dpa) - Nach Angaben der Agentur Interfax will das Kabinett diese Frage in Kürze aufgreifen. Ministerpräsident Michail Kasjanow hatte sich in einer Sitzung der Regierung für die schnellstmögliche Ratifizierung des Protokolls ausgesprochen.

«Wir bereiten uns auf die Ratifizierung vor. Russland ist dazu verpflichtet, sich an der Lösung des globalen Problems der Klimaerwärmung zu beteiligen», sagte er.

Experten in Moskau gehen den Angaben zufolge davon aus, dass das Problem positiv gelöst wird. Vom Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls erhofft sich Russland solide Vorteile, da das Dokument den Handel mit Emissionsrechten vorsieht.

Durch die Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen durch Wärmekraftwerke soll die Nachfrage nach alternativen Energieträgern wie etwa Erdgas beachtlich steigen. Russland, das den größten Teil seiner Devisen aus dem Export von Öl und Gas erwirtschaftet, rechnet mit höheren Gaspreisen, falls Bedingungen des Kyoto-Protokolls von Teilnehmerländern strikt erfüllt werden.

Putin: «Wir machen mit»

Bei seinem jüngsten Deutschland-Besuch hatte Russlands Präsident Wladimir Putin in Weimar der Umweltorganisation WWF (World Wide Fund for Nature) bereits gesagt, dass Russland mitziehen werde. «Wir machen mit», versicherte er.

WWF-Experte Alexej Kokorin würdigte das Kyoto-Protokoll als «erstes internationales Dokument, das marktwirtschaftliche Mechanismen für die Lösung globaler Umweltprobleme vorsieht».

Nach dem Ausscheiden der USA hängt das Schicksal des Protokolls von Russland als drittgrößtem CO2-Emittenten weltweit in vieler Hinsicht ab. Eine ähnlich starke Position hat sonst nur Japan.

Entscheidet sich nur einer der beiden wichtigen Produzenten des Treibhausgases CO2 gegen eine Unterschrift unter das Protokoll, kann es nach den bislang ausgehandelten Spielregeln nicht in Kraft treten.

Nach Angaben von WWF soll die Europäische Union (EU) das Kyoto-Protokoll zum 14. Juni ratifizieren. Das japanische Parlament stimmt am 19. Juni ab. Tschechien und Rumänien haben das Papier bereits ratifiziert.


© WWF

5 vor 12: Demonstration des WWF in Weimar für die Zustimmung Russlands zum Kyoto-Protokoll.

 Mehr Informationen:

WWF

vista verde: Klima


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