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Moskau:
Ratifizierung des Kyoto-Protokolls noch nicht beschlossen
Die russische Regierung hat
sich für die Ratifizierung des Klimaschutz-Protokolls von
Kyoto ausgesprochen, die entsprechende Empfehlung an das Parlament
aber noch nicht ausgesprochen.
Moskau (dpa) - Nach Angaben der
Agentur Interfax will das Kabinett diese Frage in Kürze aufgreifen.
Ministerpräsident Michail Kasjanow hatte sich in einer Sitzung
der Regierung für die schnellstmögliche Ratifizierung
des Protokolls ausgesprochen.
«Wir bereiten uns auf die
Ratifizierung vor. Russland ist dazu verpflichtet, sich an der
Lösung des globalen Problems der Klimaerwärmung zu beteiligen»,
sagte er.
Experten in Moskau gehen den
Angaben zufolge davon aus, dass das Problem positiv gelöst
wird. Vom Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls erhofft sich Russland
solide Vorteile, da das Dokument den Handel mit Emissionsrechten
vorsieht.
Durch die Reduzierung des Ausstoßes
von Treibhausgasen durch Wärmekraftwerke soll die Nachfrage
nach alternativen Energieträgern wie etwa Erdgas beachtlich
steigen. Russland, das den größten Teil seiner Devisen
aus dem Export von Öl und Gas erwirtschaftet, rechnet mit
höheren Gaspreisen, falls Bedingungen des Kyoto-Protokolls
von Teilnehmerländern strikt erfüllt werden.
Putin: «Wir machen mit»
Bei seinem jüngsten Deutschland-Besuch
hatte Russlands Präsident Wladimir Putin in Weimar der Umweltorganisation
WWF (World Wide Fund for Nature) bereits gesagt, dass Russland
mitziehen werde. «Wir machen mit», versicherte er.
WWF-Experte Alexej Kokorin würdigte
das Kyoto-Protokoll als «erstes internationales Dokument,
das marktwirtschaftliche Mechanismen für die Lösung
globaler Umweltprobleme vorsieht».
Nach dem Ausscheiden der USA
hängt das Schicksal des Protokolls von Russland als drittgrößtem
CO2-Emittenten weltweit in vieler Hinsicht ab. Eine ähnlich
starke Position hat sonst nur Japan.
Entscheidet sich nur einer der
beiden wichtigen Produzenten des Treibhausgases CO2 gegen eine
Unterschrift unter das Protokoll, kann es nach den bislang ausgehandelten
Spielregeln nicht in Kraft treten.
Nach Angaben von WWF soll die
Europäische Union (EU) das Kyoto-Protokoll zum 14. Juni ratifizieren.
Das japanische Parlament stimmt am 19. Juni ab. Tschechien und
Rumänien haben das Papier bereits ratifiziert.
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