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Britische Studie: Westliche Staaten
betrügen Entwicklungsländer
Die britische Hilfsorganisation
Oxfam hat den EU- Staaten und anderen hoch industrialisierten
Ländern vorgeworfen, die Dritte Welt jährlich um 110
Milliarden Euro zu betrügen.
London (dpa) - Unfaire Handelsgesetze
kosteten die Entwicklungsländer mehr als ihnen alle Hilfsgelder
einbrächten und verurteilten Millionen von Menschen zu einem
Leben in Armut.
«Für jeden Dollar,
der den armen Ländern an Hilfsgeldern zufließt, werden
ihnen zwei Dollar durch unfairen Handel gestohlen», sagte
Oxfam-Direktorin Barbara Stocking am Donnerstag in London bei
der Vorstellung einer Studie über die Benachteiligung der
Dritten Welt. Nie zuvor sei die Kluft zwischen Reich und Arm so
groß gewesen.
Dem Bericht zufolge müssten
weltweit 128 Millionen Menschen nicht mehr in Armut leben, wenn
Länder in Afrika, Lateinamerika und Ost- und Südasien
ihren Anteil am Weltexport um nur ein Prozent erhöhen könnten.
Die von den Reichen diktierten Handelsbestimmungen ließen
dies aber nicht zu.
So würden Bauern in reichen
Ländern subventioniert. Der Export ihrer Produkte lasse dann
weltweit die Preise sinken. Erzeugnisse der Entwicklungsländer
dagegen würden mit hohen Zöllen belastet, um die heimischen
Branchen vor «ausländischen Billigwaren» zu schützen.
Westliche Konzerne beuteten gleichzeitig die Arbeiter in den Entwicklungsländern
aus.
Die Europäische Union wird
von Oxfam als größter Handelsprotektionist angeklagt,
gefolgt von den USA, Kanada und Japan. «Die Regierungen
der reichen Länder betonen fortwährend, dass sie sich
der Verringerung der Armut verpflichtet fühlen», sagte
der Autor der Studie, Kevin Watkins. «Aber dieselben Regierungen
benutzen ihre Handelspolitik, um die Ärmsten der Welt auszuplündern.»
Oxfam ist eine seit über
50 Jahren bestehende unabhängige Hilfsorganisation, die sich
aus Spenden finanziert und die Armut weltweit bekämpfen will.
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