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Weltbank: Reiche Ländern sollen
Versprechen einlösen
Die Weltbank hat die reichen
Länder aufgerufen, ihr Versprechen größerer Finanzhilfe
und einer Öffnung ihrer Märkte für arme Länder
einzulösen. Andernfalls drohe die verheerende HIV-Aids-Epidemie
alle Entwicklungs- fortschritte der vergangenen Jahre auszuradieren.
Washington (dpa) - Trotz anders
lautender Zusagen sei die Entwicklungshilfe für Afrika von
17,2 Milliarden Dollar 1990 innerhalb von zehn Jahren auf 12,3
Milliarden Dollar (14 Milliarden Euro) gefallen, schreibt die
Weltbank in ihrer Afrika-Studie, die am Mittwoch in Washington
veröffentlicht wurde. Auch Länder, die nachweislich
gute Politik betrieben, wären davon betroffen.
Die Wachstumsrate der afrikanischen
Länder lag im Jahr 2000 insgesamt bei 3,2 Prozent. Wenn das
offizielle Ziel der Vereinten Nationen, die Armut bis 2015 zu
halbieren, erreicht werden solle, brauche Afrika aber durchschnittliche
Wachstumsraten von sieben Prozent.
Wenn die USA ihre Subventionen
in Höhe von mehr als zwei Milliarden Dollar im Jahr für
den eigenen Baumwollanbau stoppen würden, könnten die
Exporteure in West- und Zentralafrika auf einen Schlag 250 Millionen
Dollar mehr einnehmen, schreibt die Weltbank. Die Subventionen
drückten zudem auf den Preis.
Die Bank begrüßt die
jüngsten Finanzhilfe-Zusagen zahlreicher Länder, drängt
die Regierungen jedoch zu schnellerem Handeln und verlangt vor
allem die oft versprochene Öffnung der Märkte.
«Viele afrikanische Regierungen
haben Maßnahmen ergriffen, um Wachstum zu fördern,
die Regierungsinstitutionen zu stärken und Sozialsysteme
auszubauen. Sie halten sich an die Abmachungen des Paktes, aber
sie sind darauf angewiesen, dass die reichen Länder dies
auch tun» sagte der stellvertretende Weltbank-Präsident
für Afrika, Callisto Madavo.
Das Pro-Kopfeinkommen in den
afrikanischen Staaten südlich der Sahara sei von 552 Dollar
1991 auf 474 Dollar gefallen, schreibt die Weltbank. Die ärmsten
Länder seien Äthiopien mit 100 Dollar Jahreseinkommen
pro Kopf, gefolgt von Burundi mit 110 Dollar und Sierra Leone
mit 130 Dollar.
Während 1980 noch knapp 81
Prozent der Kinder in die Grundschule gingen, waren es 1997 nur
noch 78 Prozent. Ende 1999 seien bereits 24,4 Millionen Menschen
in Afrika mit dem HIV-Virus infiziert gewesen, 2,2 Millionen starben
bereits an Aids.
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