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- 10.04.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weltbank: Reiche Ländern sollen Versprechen einlösen

Die Weltbank hat die reichen Länder aufgerufen, ihr Versprechen größerer Finanzhilfe und einer Öffnung ihrer Märkte für arme Länder einzulösen. Andernfalls drohe die verheerende HIV-Aids-Epidemie alle Entwicklungs- fortschritte der vergangenen Jahre auszuradieren.

Washington (dpa) - Trotz anders lautender Zusagen sei die Entwicklungshilfe für Afrika von 17,2 Milliarden Dollar 1990 innerhalb von zehn Jahren auf 12,3 Milliarden Dollar (14 Milliarden Euro) gefallen, schreibt die Weltbank in ihrer Afrika-Studie, die am Mittwoch in Washington veröffentlicht wurde. Auch Länder, die nachweislich gute Politik betrieben, wären davon betroffen.

Die Wachstumsrate der afrikanischen Länder lag im Jahr 2000 insgesamt bei 3,2 Prozent. Wenn das offizielle Ziel der Vereinten Nationen, die Armut bis 2015 zu halbieren, erreicht werden solle, brauche Afrika aber durchschnittliche Wachstumsraten von sieben Prozent.

Wenn die USA ihre Subventionen in Höhe von mehr als zwei Milliarden Dollar im Jahr für den eigenen Baumwollanbau stoppen würden, könnten die Exporteure in West- und Zentralafrika auf einen Schlag 250 Millionen Dollar mehr einnehmen, schreibt die Weltbank. Die Subventionen drückten zudem auf den Preis.

Die Bank begrüßt die jüngsten Finanzhilfe-Zusagen zahlreicher Länder, drängt die Regierungen jedoch zu schnellerem Handeln und verlangt vor allem die oft versprochene Öffnung der Märkte.

«Viele afrikanische Regierungen haben Maßnahmen ergriffen, um Wachstum zu fördern, die Regierungsinstitutionen zu stärken und Sozialsysteme auszubauen. Sie halten sich an die Abmachungen des Paktes, aber sie sind darauf angewiesen, dass die reichen Länder dies auch tun» sagte der stellvertretende Weltbank-Präsident für Afrika, Callisto Madavo.

Das Pro-Kopfeinkommen in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara sei von 552 Dollar 1991 auf 474 Dollar gefallen, schreibt die Weltbank. Die ärmsten Länder seien Äthiopien mit 100 Dollar Jahreseinkommen pro Kopf, gefolgt von Burundi mit 110 Dollar und Sierra Leone mit 130 Dollar.

Während 1980 noch knapp 81 Prozent der Kinder in die Grundschule gingen, waren es 1997 nur noch 78 Prozent. Ende 1999 seien bereits 24,4 Millionen Menschen in Afrika mit dem HIV-Virus infiziert gewesen, 2,2 Millionen starben bereits an Aids.

 Mehr Informationen:

Weltbank

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

vista verde: Entwicklung


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