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- 09.04.2002 -

 

 

 

 

Atommüll: Strengere Kriterien für Zwischenlager

Bei der Genehmigung der geplanten Zwischenlager an den deutschen Atomkraftwerken soll die Gefahr von Terrorakten stärker als in bisherigen Verfahren berücksichtigt werden.

München (dpa) - Dies hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als zuständige Genehmigungsbehörde am Dienstag in München mitgeteilt. Ereignisse wie die Terroranschläge auf die USA vom 11. September 2001 könnten bei der Risikobewertung nicht generell ausgeschlossen werden, sagte der BfS-Experte und Verhandlungsleiter Bruno Thomauske bei der Erörterung der Einwendungen aus Österreich gegen die geplanten Zwischenlager an den sechs süddeutschen Atomkraftwerken.

Über die Auswirkungen beabsichtigter Flugzeugabstürze auf die Zwischenlager und die dort dann gelagerten Castorbehälter mit abgebrannten Brennstäben hat das BfS den Angaben zufolge mehrere Gutachteraufträge vergeben. Dabei soll auch noch einmal die Stabilität der Castoren von der Bundesanstalt für Materialforschung untersucht werden.

Die so genannten Standort-Zwischenlager sollen gebaut werden, weil die Kapazität der zentralen Zwischenlager im niedersächsischen Gorleben und im westfälischen Ahaus bis zum Vorhandensein eines Endlagers in spätestens 40 Jahren nicht ausreicht.

Erstmals Ausland bei UVP beteiligt

Mit der Anhörung von 70 Einwendern aus Österreich wurde erstmals bei einer Umweltverträglichkeitsprüfung zu deutschen Atomkraftwerken das Ausland beteiligt. Aus dem Nachbarland gingen rund 60.000 Einwendungen schriftlich ein. Sie richten sich gegen die geplanten Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll an den Kernkraftwerken Ohu, Grafenrheinfeld und Gundremmingen in Bayern, Philippsburg und Neckarwestheim in Baden-Württemberg und Biblis in Hessen.

Zu den Einwendern gehören auch die österreichischen Bundesländer Salzburg, Vorarlberg, Oberösterreich und Tirol. Die Kritiker befürchten eine großflächige Freisetzung von Radioaktivität bei schweren Störfällen, die bei entsprechender Windrichtung auch Österreich belasten könnte.

 Mehr Informationen:

Bundesamt für Strahlenschutz

vista verde: Atomenergie


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