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Atommüll: Strengere Kriterien für
Zwischenlager
Bei der Genehmigung der geplanten
Zwischenlager an den deutschen Atomkraftwerken soll die Gefahr
von Terrorakten stärker als in bisherigen Verfahren berücksichtigt
werden.
München (dpa) - Dies hat
das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als zuständige
Genehmigungsbehörde am Dienstag in München mitgeteilt.
Ereignisse wie die Terroranschläge auf die USA vom 11. September
2001 könnten bei der Risikobewertung nicht generell ausgeschlossen
werden, sagte der BfS-Experte und Verhandlungsleiter Bruno Thomauske
bei der Erörterung der Einwendungen aus Österreich gegen
die geplanten Zwischenlager an den sechs süddeutschen Atomkraftwerken.
Über die Auswirkungen beabsichtigter
Flugzeugabstürze auf die Zwischenlager und die dort dann
gelagerten Castorbehälter mit abgebrannten Brennstäben
hat das BfS den Angaben zufolge mehrere Gutachteraufträge
vergeben. Dabei soll auch noch einmal die Stabilität der
Castoren von der Bundesanstalt für Materialforschung untersucht
werden.
Die so genannten Standort-Zwischenlager
sollen gebaut werden, weil die Kapazität der zentralen Zwischenlager
im niedersächsischen Gorleben und im westfälischen Ahaus
bis zum Vorhandensein eines Endlagers in spätestens 40 Jahren
nicht ausreicht.
Erstmals Ausland bei UVP beteiligt
Mit der Anhörung von 70 Einwendern
aus Österreich wurde erstmals bei einer Umweltverträglichkeitsprüfung
zu deutschen Atomkraftwerken das Ausland beteiligt. Aus dem Nachbarland
gingen rund 60.000 Einwendungen schriftlich ein. Sie richten sich
gegen die geplanten Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll
an den Kernkraftwerken Ohu, Grafenrheinfeld und Gundremmingen
in Bayern, Philippsburg und Neckarwestheim in Baden-Württemberg
und Biblis in Hessen.
Zu den Einwendern gehören
auch die österreichischen Bundesländer Salzburg, Vorarlberg,
Oberösterreich und Tirol. Die Kritiker befürchten eine
großflächige Freisetzung von Radioaktivität bei
schweren Störfällen, die bei entsprechender Windrichtung
auch Österreich belasten könnte.
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