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Töpfer: Bedrohung durch eingeschleppte
Arten wird unterschätzt
Die Gefahr durch fremde Tier-
und Pflanzenarten für einheimische Ökosysteme wird nach
Ansicht des Direktors des Umweltprogramms der Vereinten Nationen,
Klaus Töpfer, unterschätzt.
Den Haag (dpa) - «Dieses
Thema muss der breiten Öffentlichkeit viel mehr bewusst gemacht
werden», sagte Töpfer am Montag im niederländischen
Den Haag bei der 6. Konferenz der Vertragsstaaten zum Übereinkommen
über die biologische Vielfalt. Er hoffe, dass das am Sonntag
eröffnete Treffen klare Richtlinien zu diesem Problem aufstelle.
Eingeschleppte Arten richteten
vielfach große Schäden an und verdrängten einheimische
Pflanzen und Tiere. Sie zählten damit zu den größten
Bedrohungen für die biologische Vielfalt.
Allein die USA geben nach Töpfers
Angaben jährlich 30 Milliarden Dollar (34 Milliarden Euro)
aus, um diese «Exoten» zu bekämpfen. Er verwies
auf den Nil-Barsch und die Wasser-Hyazinthe, die sich im Viktoria-See
in Afrika ausgebreitet und dabei enorme Schäden verursacht
hätten.
Töpfer plädierte auf
dem so genannten Urwaldgipfel außerdem dafür, im Kampf
gegen die Zerstörung der Tropenwälder den Menschen in
den direkt betroffenen Gebieten «wirkliche, alternative
Chancen» anzubieten. Dabei sei in erster Linie die Entwicklungszusammenarbeit
gefragt.
«Gleichzeitig müssen
wir auch daheim ansetzen, um den Raubbau nicht noch direkt oder
indirekt zu unterstützen», sagte er. Mit den anderen
Industrieländern müsse auch die EU finanziell mithelfen,
dass dem mit wildem Abholzen verbundenen Verlust an Artenvielfalt
entgegengewirkt werde. Die Konferenz in Den Haag endet am 19.
April.
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