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- 21.03.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Annan fordert mehr Entwicklungshilfe - IFW und WTO für Freihandel

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die Geberländer des Nordens zu noch größeren Anstrengungen bei der Entwicklungshilfe aufgefordert.

Monterrey (dpa) - «Einige Geber sind unwillig, Verpflichtungen einzugehen, weil sie nicht überzeugt sind, dass die Hilfe Erfolge bringt. Ich sage ihnen, schauen Sie auf die Bilanz, es gibt genügend Beweise, dass die Hilfe sehr wohl funktioniert», sagte Annan am Donnerstag zur Eröffnung der Plenarsitzung der Staats- und Regierungschefs bei der UN-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung in der mexikanischen Stadt Monterrey.

Verdoppelung notwendig

Annan bekräftigte, dass die bisher weltweit geleistete Entwicklungshilfe von rund 50 Milliarden US-Dollar (57 Milliarden Euro) in etwa verdoppelt werden müsse, um die Millenniumsziele der Vereinten Nationen zu erreichen.

Die Ziele waren beim Millenniumsgipfel 2000 in New York aufgestellt worden und sehen unter anderem eine Halbierung des Anteils der extrem Armen an der Weltbevölkerung und eine Verringerung der Kindersterblichkeit um zwei Drittel bis 2015 vor. «Der klarste und unmittelbarste Test des Geistes von Monterrey wird sein, ob die Geberländer diese Hilfe leisten», sagte Annan.

IFW und WTO für Freihandel

Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Welthandelsorganisation (WTO) sprachen sich im Kampf gegen die Armut für eine stärkere wirtschaftliche Integration und den Abbau aller Handelsbarrieren aus, um die Armut in der Welt zu überwinden. «Die engere wirtschaftliche Verflechtung ist gut für Wachstum und Entwicklung. Wir brauchen mehr Integration und nicht weniger», sagte der geschäftsführende Direktor des IWF, Horst Köhler.

1 Milliarde Dollar pro Tag für Agrarsubventionen

WTO-Generaldirektor Mike Moore sagte, der Abbau sämtlicher Handelsbarrieren würde das weltweite Einkommen um 2,8 Billionen US- Dollar (3,17 Billionen Euro) anheben und 315 Millionen Menschen aus der Armut befreien. Die Industrieländer gäben jeden Tag eine Milliarde Dollar (1,13 Mrd Euro) allein für Agrarsubventionen aus. «Diese Handelsbeschränkungen kommen die am teuersten zu stehen, die sie beibehalten», sagte Moore.

Der spanische Ministerpräsident José Maria Aznar sagte als derzeitiger EU-Ratspräsident, die Europäische Union sei nicht nur der größte Geber von Entwicklungshilfe, sondern auch der größte Markt für Produkte der Dritten Welt.

Entwicklungsländer: «Sozialen Notstand» ausrufen

Als Sprecher der Entwicklungsländergruppe G-77 und China forderte der venezolanische Präsident Hugo Chávez, den «sozialen Notstand» auszurufen. Chávez prangerte die «unverschämten Subventionen der ersten Welt» an, forderte eine umfassende Entschuldung und verlangte, dass Hilfsgelder ohne Vorbedingungen vergeben werden. Er erinnerte die Industrieländer daran, dass sie mit ihrer Entwicklungshilfe noch weit unter dem UN-Ziel von 0,7 Prozent des Bruttosozialproduktes lägen.

USA und EU wollen Entwicklungshilfe anheben

Die USA und die Europäische Union hatten am Mittwoch bekräftigt, sie würden ihre Entwicklungshilfe in den kommenden Jahren deutlich anheben. US-Finanzminister Paul O'Neill sagte, Washington wolle die Hilfe für die armen Länder von derzeit 10 Milliarden US-Dollar (11,4 Mrd. Euro) schrittweise bis zum Jahr 2006 auf 15 Milliarden Dollar pro Jahr erhöhen.

Der spanische Außenminister Josep Piqué sagte als Vertreter der Ratspräsidentschaft, die EU werde ihre derzeitige Jahresleistung von rund 25 Milliarden US-Dollar (29 Mrd. Euro) bis 2006 um sieben Milliarden Dollar aufstocken.

 Mehr Informationen:

Internationale Konferenz zur Entwicklungs- finanzierung in Monterrrey

United Nations Millennium Development Goals

Global Forum - Financing the right to sustainable and equitable development

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Kampagne "Globale Gerechtigkeit ökologisch gestalten"

vista verde: Entwicklung


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