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Annan fordert mehr Entwicklungshilfe
- IFW und WTO für Freihandel
UN-Generalsekretär Kofi
Annan hat die Geberländer des Nordens zu noch größeren
Anstrengungen bei der Entwicklungshilfe aufgefordert.
Monterrey (dpa) - «Einige
Geber sind unwillig, Verpflichtungen einzugehen, weil sie nicht
überzeugt sind, dass die Hilfe Erfolge bringt. Ich sage ihnen,
schauen Sie auf die Bilanz, es gibt genügend Beweise, dass
die Hilfe sehr wohl funktioniert», sagte Annan am Donnerstag
zur Eröffnung der Plenarsitzung der Staats- und Regierungschefs
bei der UN-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung in der mexikanischen
Stadt Monterrey.
Verdoppelung notwendig
Annan bekräftigte, dass
die bisher weltweit geleistete Entwicklungshilfe von rund 50 Milliarden
US-Dollar (57 Milliarden Euro) in etwa verdoppelt werden müsse,
um die Millenniumsziele der Vereinten Nationen zu erreichen.
Die Ziele waren beim Millenniumsgipfel
2000 in New York aufgestellt worden und sehen unter anderem eine
Halbierung des Anteils der extrem Armen an der Weltbevölkerung
und eine Verringerung der Kindersterblichkeit um zwei Drittel
bis 2015 vor. «Der klarste und unmittelbarste Test des Geistes
von Monterrey wird sein, ob die Geberländer diese Hilfe leisten»,
sagte Annan.
IFW und WTO für Freihandel
Der Internationale Währungsfonds
(IWF) und die Welthandelsorganisation (WTO) sprachen sich im Kampf
gegen die Armut für eine stärkere wirtschaftliche Integration
und den Abbau aller Handelsbarrieren aus, um die Armut in der
Welt zu überwinden. «Die engere wirtschaftliche Verflechtung
ist gut für Wachstum und Entwicklung. Wir brauchen mehr Integration
und nicht weniger», sagte der geschäftsführende
Direktor des IWF, Horst Köhler.
1 Milliarde Dollar pro Tag
für Agrarsubventionen
WTO-Generaldirektor Mike Moore
sagte, der Abbau sämtlicher Handelsbarrieren würde das
weltweite Einkommen um 2,8 Billionen US- Dollar (3,17 Billionen
Euro) anheben und 315 Millionen Menschen aus der Armut befreien.
Die Industrieländer gäben jeden Tag eine Milliarde Dollar
(1,13 Mrd Euro) allein für Agrarsubventionen aus. «Diese
Handelsbeschränkungen kommen die am teuersten zu stehen,
die sie beibehalten», sagte Moore.
Der spanische Ministerpräsident
José Maria Aznar sagte als derzeitiger EU-Ratspräsident,
die Europäische Union sei nicht nur der größte
Geber von Entwicklungshilfe, sondern auch der größte
Markt für Produkte der Dritten Welt.
Entwicklungsländer: «Sozialen
Notstand» ausrufen
Als Sprecher der Entwicklungsländergruppe
G-77 und China forderte der venezolanische Präsident Hugo
Chávez, den «sozialen Notstand» auszurufen.
Chávez prangerte die «unverschämten Subventionen
der ersten Welt» an, forderte eine umfassende Entschuldung
und verlangte, dass Hilfsgelder ohne Vorbedingungen vergeben werden.
Er erinnerte die Industrieländer daran, dass sie mit ihrer
Entwicklungshilfe noch weit unter dem UN-Ziel von 0,7 Prozent
des Bruttosozialproduktes lägen.
USA und EU wollen Entwicklungshilfe
anheben
Die USA und die Europäische
Union hatten am Mittwoch bekräftigt, sie würden ihre
Entwicklungshilfe in den kommenden Jahren deutlich anheben. US-Finanzminister
Paul O'Neill sagte, Washington wolle die Hilfe für die armen
Länder von derzeit 10 Milliarden US-Dollar (11,4 Mrd. Euro)
schrittweise bis zum Jahr 2006 auf 15 Milliarden Dollar pro Jahr
erhöhen.
Der spanische Außenminister
Josep Piqué sagte als Vertreter der Ratspräsidentschaft,
die EU werde ihre derzeitige Jahresleistung von rund 25 Milliarden
US-Dollar (29 Mrd. Euro) bis 2006 um sieben Milliarden Dollar
aufstocken.
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