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- 19.03.2002 -

 

 

 

 

 

 

Organisationen fordern: Biopatent-Gesetz stoppen

Bundesärztekammer, Greenpeace, und Misereor haben gemeinsam die Bundesregierung und den Bundestag aufgefordert, die umstrittene Biopatent-Richtlinie der Europäischen Union nicht in deutsches Recht umzusetzen.

Berlin (dpa) - Die Richtlinie erlaube ausdrücklich die Patentierung von Teilen des menschlichen Körpers, von Genen sowie von Pflanzen und Tieren, kritisierten Sprecher der Umweltorganisation Greenpeace, der Bundesärztekammer und der katholischen Entwicklungsorganisation Misereor am Dienstag in Berlin.

Diese Patente sind nach Ansicht der Organisationen ethisch nicht zu verantworten und schaden der gesundheitlichen Versorgung und sogar der Wirtschaft. Der entsprechende Gesetzentwurf der Bundesregierung werde seit längerem beraten und stehe kurz vor der Abstimmung im Bundestag.

Die EU-Richtlinie weise aber so gravierende Mängel auf, dass sie komplett neu verhandelt werden sollte. Der Bundestag sollte sich ein Beispiel an den Parlamenten von Frankreich und Luxemburg nehmen, die vor wenigen Wochen die Übernahme der Richtlinie abgelehnt hätten.

Die Zunahme von Gen-Patenten führe für Ärzte und Patienten inzwischen zu erheblichen Nachteilen, warnten die Organisationen. So hätten Labors viele diagnostische Tests oder gar die Entwicklung von besseren Diagnose-Verfahren gestoppt, weil Firmen die Rechte an benötigten Genen besitzen und überhöhte Lizenzgebühren verlangten.

Dabei gehe es im Bio-Bereich meist nicht um Erfindungen, sondern um Entdeckungen. Im Jahr 2001 sei die Zahl der Anträge beim Europäischen Patentamt in München um 4800 auf fast 30.000 gestiegen.

Greenpeace habe davon beispielhaft zehn Fälle recherchiert, die nicht zu billigen seien. Sie reichten von der Herstellung menschlicher Organe bis zum Klonen von Tigern.

 Mehr Informationen:

Greenpeace

Bundesärztekammer

Misereor

Europäisches Patentamt

vista verde: Gentechnik

 

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