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- 18.03.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

UN-Konferenz hat begonnen: Anteil der extrem Armen halbieren

In der nordmexikanischen Stadt Monterrey hat am Montag eine fünftägige internationale Konferenz der Vereinten Nationen zur Entwicklungsfinanzierung begonnen.

Monterrey (dpa) - Die Vertreter der UN- Mitgliedsländer wollen darüber beraten, wie sich der Anteil der extrem Armen an der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2015 halbieren lässt.

Im Laufe der Woche werden 58 Staats- und Regierungschefs in Monterrey erwartet. Das Abschlussdokument, der «Monterrey-Konsens», wurde allerdings schon vor Beginn der Konferenz verfasst und soll nicht mehr geändert werden.

In dem Papier werden die Industrieländer aufgefordert, die staatliche Entwicklungshilfe deutlich zu erhöhen. Es räumt aber auch der Privatwirtschaft eine große Rolle bei der Entwicklungsfinanzierung ein und verlangt von den Entwicklungsländern mehr Eigenanstrengungen im Kampf gegen die Armut.

Globalisierungskritiker zeigten sich mit dem «Monterrey-Konsens» unzufrieden, da dieser ihrer Meinung nach den Interessen der Entwicklungsländer nicht genügend entgegenkommt.

Der Monterrey-Konsens fordert die Industrieländer auf, einen Betrag in Höhe von 0,7 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes (BIP) für die staatliche Entwicklungshilfe aufzuwenden. In der Bundesrepublik Deutschland ist die Quote seit den achtziger Jahren von 0,4 auf 0,27 Prozent gesunken, die USA geben nur 0,1 Prozent für staatliche Entwicklungshilfe aus.

Die Europäische Union (EU) hatte in der vorigen Woche beschlossen, bis 2006 den europäischen Durchschnitt auf 0,39 und den Mindestbeitrag jedes einzelnen Landes auf 0,33 Prozent des jeweiligen BIP anzuheben.

Für die Bundesrepublik mit einem BIP von rund zwei Billionen Euro würde die Anhebung ihres Anteils um 0,1 Prozentpunkte schon Mehrausgaben von rund zwei Milliarden Euro pro Jahr bedeuten.

Steuerzahlerbund kritisiert Umfang der deutschen Delegation

Der Bund der Steuerzahler kritisierte den hohen Aufwand, den die Bundesregierung für die Teilnahme an der Konferenz betreibe. Es sei nicht nachvollziehbar, warum sich Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) von 20 Ministerialbeamten begleiten lasse, hieß es in einer Mitteilung.

Da der «Monterrey-Konsens» schon fertig sei, gebe es für die Vertreter der Bundesregierung nichts mehr zu verhandeln. Angesichts der hohen Kosten von rund 4000 Euro für einen Flug in der Business-Klasse hätten sich die Steuerzahler eine deutlich kleinere Delegation gewünscht, hieß es weiter.

Das Ministerium wies diese Kritik zurück. Ein Sprecher verwies am Abend darauf, dass dies «die erste Konferenz seit den schrecklichen Ereignissen vom 11. September vergangenen Jahres» sei, auf der Repräsentanten aller Entwicklungsländer mit den Industriestaaten darüber berieten, wie die Entwicklungspolitik nach den Terroranschlägen gestaltet werden könne und welche zusätzlichen Anstrengungen unternommen werden müssten. Bei der Fülle der Themen müsse Deutschland wie andere Nationen ausreichend vertreten sein.

Alternativforum für großzügige Entschuldung

Neben Regierungsvertretern nehmen auch die Spitzen der internationalen Finanzinstitutionen an dem Treffen in Monterrey teil. Auch die Globalisierungskritiker - Gruppen, die die in Industrie- und Entwicklungsländern vorherrschende liberale Wirtschaftspolitik ablehnen - waren zu den Diskussionsforen in Monterrey eingeladen.

Sie hatten bereits bei einem Alternativforum Ende voriger Woche eine großzügige Entschuldung der Entwicklungsländer und eine schnellere und deutlichere Erhöhung der staatlichen Entwicklungshilfe gefordert.

Der Koordinator des Forums, Alejandro Villamar, sagte, die reichen Länder des Nordes sollten ihre Entwicklungshilfe schon binnen fünf Jahren auf die von den Vereinten Nationen (UN) geforderten 0,7 Prozent des Bruttosozialproduktes (BSP) anheben.

Die in Monterrey vertretenen Nicht-Regierungsorganisationen (NRO) sprachen sich außerdem für die Schaffung eines Schiedsgerichtes aus, um die von ihnen geforderten, umfangreichen Schuldenerlasse zu Gunsten der Entwicklungsländer zu koordinieren, und für die Schaffung eines Sondersteuer auf internationale Finanztransaktionen (Tobin-Steuer), mit deren Erträgen die Armut bekämpft werden sollte. Für die Dauer der Konferenz sind Demonstrationen angekündigt.

 Mehr Informationen:

Internationale Konferenz zur Entwicklungs- finanzierung in Monterrrey

Global Forum - Financing the right to sustainable and equitable development

BMZ

Kampagne "Globale Gerechtigkeit ökologisch gestalten"

vista verde: Entwicklung


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