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Schweden: Ausstieg aus der Atomkraft
nach deutschem Vorbild
Schwedens Regierung will den
Ausstieg des Landes aus der Atomkraft nach deutschem Vorbild abwickeln.
Stockholm (dpa) - Wie Wirtschaftsminister
Björn Rosengren in Stockholm ankündigte, sollen «die
Möglichkeiten für ein ähnliches Übereinkommen
wie in Deutschland» geprüft werden. Am Ende sollen
wie beim Atomkonsens zwischen Bundesregierung und Atomindustrie
freiwillige Vereinbarungen stehen. In dem skandinavischen Land
deckten vier Atomkraftwerke mit zusammen elf Reaktoren derzeit
45 Prozent des Strombedarfs.
Rosengren erklärte, er erwarte
die schrittweise Abschaltung «über 30 bis 40 Jahre».
Auf die Frage, ob er diese Frist vom Tag der Inbetriebnahme des
jeweiligen Reaktors an rechne, meinte der Minister: «Ich
glaube, es wird von heute an gerechnet 30 Jahre dauern, eine Alternative
zur Atomkraft zu finden.» Die Verhandlungen mit den Kraftwerksbetreibern
sollen im kommenden Jahr beginnen.
Schwedens Bevölkerung hatte
sich bereits 1980 bei einem Referendum für den Ausstieg aus
der Atomkraft ausgesprochen. Zu einem verbindlichen Ausstiegsplan
kam es danach nicht, bis die sozialdemokratische Regierung Mitte
der neunziger Jahre gegen erbitterten Widerstand des Kraftwerksbetreibers
Sydkraft die Schließung von einem der beiden Reaktoren des
Kraftwerkes Barsebäck bei Malmö für 1999 verfügte.
Dem neuen Energieplan zufolge will die Regierung an ihrem Plan
zur Abschaltung des zweiten Reaktors im Jahr 2003 ohne Verhandlung
mit dem Betreiber festhalten.
Ungeklärt ist, mit welchen
Energieform der Ausfall der Kernkraft ausgeglichen werden soll.
Als wichtigste Energiequelle neben der Kernkraft nutzt Schweden
die einheimische Wasserkraft. Ihr Ausbau wird aber aus Gründen
des Naturschutzes ausgeschlossen.
Am deutschen Atomkraftausstieg
ist Schwedens Regierung als Eigner des Vattenfall-Konzerns beteiligt,
der in Deutschland den bundesweit drittgrößten Energiekonzern
betreibt. Umgekehrt ist der deutschen E.On-Konzern seit einem
Jahr Haupteigner beim schwedischen Energieunternehmen Sydkraft.
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