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Monterrey: Globalisierungskritiker fordern
Schuldenerlass
Gruppen von Globalisierungsgegnern
haben zum Auftakt eines alternativen Entwicklungsforums in der
nordmexika- nischen Stadt Monterrey einen umfangreichen Schulden-
erlass für die Entwicklungsländer gefordert.
Monterrey (dpa) - Sprecher hoben
am Donnerstagabend (Ortszeit) hervor, dass die Länder des
Südens in den 90er Jahren mehr Zinsen bezahlt als sie jemals
an Kapital aufgenommen hätten. Trotzdem sei ihre Schuldenlast
in einem Jahrzehnt von 1,4 auf 2,4 Billionen Dollar (2,7 Billionen
Euro) gestiegen.
In Monterrey kommen nächste
Woche rund 50 Staats- und Regierungschefs und rund 300 Minister
zur internationalen UN- Konferenz für Entwicklungsfinanzierung
zusammen. Die beim Gegenforum vertretenen, überwiegend antikapitalistisch
eingestellten Gruppen aus 30 Ländern wollen alternative Strategien
zur Überwindung von Armut und Unterentwicklung in der Dritten
Welt aufzeigen, die sich von den Leitlinien des so genannten Monterrey-Konsenses
unterscheiden. Der Monterrey-Konsens soll von den Konferenzteilnehmern
nächste Woche ohne Änderungen angenommen werden.
Die mexikanische Frauenrechtlerin
Laura Frade, die das alternative Forum eröffnete, forderte
eine neue Weltwirtschaftordnung, in deren Mittelpunkt der Mensch
stehen müsse. Frade bezeichnete das gegenwärtige System
der Weltwirtschaft wörtlich als «Anarcho- Diktatur»
des Marktes, die keine gleichmäßige Verteilung des
Reichtums ermögliche.
Die Globalisierungsgegner hatten
in den vergangenen Tagen und Wochen kritisiert, dass ihre Vorstellungen
aus der Endfassung des Monterrey-Konsenses herausgefallen seien.
Jener überbetone die Rolle der Privatwirtschaft bei der Entwicklungsfinanzierung,
weise den Entwicklungsländern eine zu große Mitschuld
an ihrer Unterentwicklung zu und sei bei der Forderungen an die
Industrieländer, ihre staatliche Entwicklungshilfe zu erhöhen,
nicht verbindlich genug.
Die Globalisierungskritiker sollen
auch bei den Diskussionsveranstaltungen während der eigentlichen
UN-Konferenz zu Wort kommen. Sie haben außerdem Demonstrationen
angekündigt.
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