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- 15.03.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wieczorek-Zeul: Monterrey bringt Aufbruch in Entwicklungspolitik

Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) erwartet von der UN-Konferenz zur Entwicklungs- finanzierung in Monterrey (Mexiko) entscheidende Schritte für eine gerechtere Welt.

Berlin (dpa) - Schon wenige Tage vor der am Montag beginnenden Tagung wolle die EU am Wochenende auf ihrem Gipfel in Barcelona ihre Entwicklungsmittel aufstocken, betonte Wieczorek-Zeul am Freitag in ihrer Regierungserklärung zur Entwicklungspolitik. Ohne Monterrey hätte sich die EU nicht zu dieser schrittweisen Anhebung «verpflichtet».

Sie dankte Bundeskanzler Gerhard Schröder und ausdrücklich auch Finanzminister Hans Eichel (beide SPD) für die Unterstützung des Vorstoßes der spanischen EU-Ratspräsidentschaft. Diese hatte vorgeschlagen, dass der Entwicklungsetat aller Mitglieder bis 2006 im Durchschnitt auf 0,39 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhöht wird.

Im Jahr 2000 lag dieser Schnitt bei 0,33 Prozent. Diejenigen Staaten, die darunter liegen - wie Deutschland mit 0,27 Prozent -, können in einem Zwischenschritt bis 2006 auf diese 0,33 Prozent aufschließen. Die anderen Länder sollen so weiter machen wie bisher.

Wieczorek-Zeul geht davon aus, dass diese EU-Vorgabe nicht ohne Wirkung auf die USA oder Japan bleibt. Grundsätzlich streben alle Geberländer - also auch die USA, Japan oder Kanada - 0,7 Prozent des BIP an.

Der PDS-Abgeordnete Carsten Hübner rief die Bundesregierung auf, in Monterrey eine Vorreiter-Rolle zu übernehmen und sich für konkrete Schritte und vor allem konkrete Fristen stark zu machen. Bei dem jetzigen Tempo der Anhebungen dauere es noch 30 Jahre, bis die 0,7 Prozent erreicht seien.

Wieczorek-Zeul wies darauf hin, dass die Teilnehmer in Monterrey - Regierungen, UN, Weltbank, IWF, WTO, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft - die ganze Bandbreite der Entwicklungsfinanzierung erörtern wollen - den Eigenbeitrag der Entwicklungsländer ebenso wie ein Welthandelssystem, das die Empfängerländer nicht mehr diskriminiert.

Die Ministerin begrüßte den Chef der afghanischen Übergangsregierung, Hamid Karsai, der im Rahmen seines Deutschlandbesuchs der Debatte als Gast im Plenum folgte. Deutschland wünsche Karsai für dessen schwieriges Amt Erfolg, dass die Menschen in Afghanistan «spüren, Frieden lohnt sich» und dass die Kinder in Zukunft nicht mehr die «Kalaschnikow, sondern den Stift in die Hand nehmen».

In ihrer Bilanz hob die Ministerin hervor, dass die rot-grüne Koalition «eine Trendwende in der Entwicklungsfinanzierung geschafft» habe. Die CDU/CSU-FDP-Regierung habe 1982 von der sozial-liberalen Koalition einen Stand von 0,48 Prozent übernommen und diesen kontinuierlich bis 1998 auf 0,26 heruntergefahren. Inzwischen stehe diese Marke wieder bei 0,27 Prozent und steige mit der EU- Entscheidung absehbar weiter an.

Dagegen warf die CDU/CSU-Opposition der Bundesregierung vor, in diesem Jahr mit 8,5 Prozent die bisher größte Kürzung des Entwicklungsetats durchgezogen zu haben. Schröder mache große Ankündigungen und Eichel streiche wieder, kritisierte der CDU- Entwicklungspolitiker Klaus-Jürgen Hedrich.

Er räumte allerdings auch ein, dass CDU/CSU und rot-grüne Regierung in der Entwicklungspolitik nicht weit auseinander lägen. Ähnlich argumentierte der Grünen- Fraktionschef Rezzo Schlauch. Er sieht «keine Unterschiede in der Zielsetzung».

 Mehr Informationen:

Internationale Konferenz zur Entwicklungs- finanzierung in Monterrrey

Global Forum - Financing the right to sustainable and equitable development

BMZ

Kampagne "Globale Gerechtigkeit ökologisch gestalten"

vista verde: Entwicklung


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