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Ärzte: Mini-Atombomben verursachen
starke radioaktive Verseuchung
Der in einer Studie des US-Verteigungsministeriums
erwogene Einsatz kleiner Atombomben würde nach Ansicht der
Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs
(IPPNW) die Umgebung der Ziele stark radioaktiv verseuchen.
Berlin (dpa) - «Es ist eine
Illusion, dass es eine Mini-Atomwaffe geben könnte, die unterirdische
Ziele zerstört, ohne Radioaktivität freizusetzen»,
sagte die Berliner IPPNW-Atomwaffenexpertin Xanthe Hall in einem
dpa-Gespräch.
Durch eine 5-Kilotonnen-Mini-Atombombe
würde Hall zufolge eine Umgebung von rund 1,5 Kilometern
um das Ziel so stark radioaktiv verseucht, dass sie auf Jahrtausende
unbewohnbar wäre. «Darüber hinaus kann der radioaktive
Staub je nach Wetterlage vom Wind kilometerweit getragen werden»,
sagte Hall. Die Folgen für Bewohner und Umwelt der Region
seien nicht vorhersagbar.
«Neben den unmittelbaren
Auswirkungen der Explosion würde vermutlich auch die Langzeitbestrahlung
in dem verseuchten Gebiet für eine Vielzahl unterschiedlicher
Krebsfälle sorgen. Darüber hinaus würden zahlreiche
Erbgutschäden auch von Eltern an ihre Kinder weitergegeben.»
Atomwaffen mit einer Sprengkraft
von bis zu 5 Kilotonnen TNT gelten der Expertin zufolge als Mini-Nuklearbomben.
Die Hiroshima- Bombe entfaltete eine Sprengkraft von 12,5 Kilotonnen
TNT. Heute gebe es im Atomarsenal Bomben mit einer Sprengkraft
im Megatonnen-Bereich. Eine Megatonne sind 1000 Kilotonnen.
«Die unterirdischen Mini-Atombomben
würden besonders viel radioaktiven Fallout verursachen»,
warnte Hall. Denn bei der unterirdischen Explosion sei die Bombe
von einer großen Menge Erdreich umgeben, das sie verstrahle.
«Dieses verstrahlte Material wird dann von der Explosion
in die Luft geschleudert und verteilt.»
Die Explosion von Bomben mit
einer Sprengkraft von unter 5 Kilotonnen TNT, wie sie von den
USA etwa für den Einsatz gegen unterirdische Bunker erwogen
würden, blieben erst ab einer Tiefe von 200 Metern vom Erdboden
eingeschlossen.
«Es gibt aber keine erddurchdringende
Rakete, die so tief kommt», sagte Hall. «Bei bisherigen
Tests sind Bomben selbst beim Abwurf aus 13.000 Metern nur knapp
7 Meter tief in den Boden eingedrungen.»
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