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- 14.03.2002 -

 

 

 

 

 

 

Ärzte: Mini-Atombomben verursachen starke radioaktive Verseuchung

Der in einer Studie des US-Verteigungsministeriums erwogene Einsatz kleiner Atombomben würde nach Ansicht der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) die Umgebung der Ziele stark radioaktiv verseuchen.

Berlin (dpa) - «Es ist eine Illusion, dass es eine Mini-Atomwaffe geben könnte, die unterirdische Ziele zerstört, ohne Radioaktivität freizusetzen», sagte die Berliner IPPNW-Atomwaffenexpertin Xanthe Hall in einem dpa-Gespräch.

Durch eine 5-Kilotonnen-Mini-Atombombe würde Hall zufolge eine Umgebung von rund 1,5 Kilometern um das Ziel so stark radioaktiv verseucht, dass sie auf Jahrtausende unbewohnbar wäre. «Darüber hinaus kann der radioaktive Staub je nach Wetterlage vom Wind kilometerweit getragen werden», sagte Hall. Die Folgen für Bewohner und Umwelt der Region seien nicht vorhersagbar.

«Neben den unmittelbaren Auswirkungen der Explosion würde vermutlich auch die Langzeitbestrahlung in dem verseuchten Gebiet für eine Vielzahl unterschiedlicher Krebsfälle sorgen. Darüber hinaus würden zahlreiche Erbgutschäden auch von Eltern an ihre Kinder weitergegeben.»

Atomwaffen mit einer Sprengkraft von bis zu 5 Kilotonnen TNT gelten der Expertin zufolge als Mini-Nuklearbomben. Die Hiroshima- Bombe entfaltete eine Sprengkraft von 12,5 Kilotonnen TNT. Heute gebe es im Atomarsenal Bomben mit einer Sprengkraft im Megatonnen-Bereich. Eine Megatonne sind 1000 Kilotonnen.

«Die unterirdischen Mini-Atombomben würden besonders viel radioaktiven Fallout verursachen», warnte Hall. Denn bei der unterirdischen Explosion sei die Bombe von einer großen Menge Erdreich umgeben, das sie verstrahle. «Dieses verstrahlte Material wird dann von der Explosion in die Luft geschleudert und verteilt.»

Die Explosion von Bomben mit einer Sprengkraft von unter 5 Kilotonnen TNT, wie sie von den USA etwa für den Einsatz gegen unterirdische Bunker erwogen würden, blieben erst ab einer Tiefe von 200 Metern vom Erdboden eingeschlossen.

«Es gibt aber keine erddurchdringende Rakete, die so tief kommt», sagte Hall. «Bei bisherigen Tests sind Bomben selbst beim Abwurf aus 13.000 Metern nur knapp 7 Meter tief in den Boden eingedrungen.»

 Mehr Informationen:

IPPNW

Natural Resources Defense Council

vista verde: Atomenergie

 

 Lesen Sie auch:

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Zeitung: Nach US-Regierungsstudie 15.000 Krebstote durch Atomtests

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