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- 14.03.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

Trotz Eichels Bedenken: Schröder will Entwicklungshilfe erhöhen

Bundeskanzler Gerhard Schröder will gegen die Bedenken seines Finanzministers Hans Eichel die Ausgaben für die Entwicklungshilfe anheben.

Berlin (dpa) - Schröder wird gegen den Vorstoß der spanischen EU-Ratspräsidentschaft, diese Ausgaben bis 2006 auf 0,33 Prozent des Bruttosozialproduktes (BIP) anzuheben, auf dem EU- Gipfel am Wochenende in Barcelona keinen Einspruch erheben. Dies bestätigte Schröder am Donnerstag nach einem Treffen mit dem afghanischen Übergangsregierungschef Hamid Karsai in Berlin.

Eichel hatte zwar stets darauf verwiesen, dass eine Anhebung der Entwicklungsausgaben wünschenswert wäre, dies aber die angespannte Haushaltslage nicht zulasse. Die EU hatte die Bundesregierung verpflichtet, bis 2004 den Gesamthaushalt auszugleichen.

Schröder sagte dazu, eine Anhebung der Entwicklungshilfe sei vernünftig. Außen- und Sicherheitspolitik dürfe sich nicht nur auf militärische Gegebenheiten beschränken, sondern erfordere auch humanitäre Anstrengungen. Allerdings müssten dafür Kompromisse mit Blick auf die Konsolidierungsverpflichtungen - auch der EU - gefunden werden.

In Barcelona wollen die Staats- und Regierungschefs auch ihre Linie für die am Montag beginnende UN-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung in Monterrey (Mexiko) festlegen. Die Geberländer hatten sich darauf verständigt, die Ausgaben für die Dritte Welt auf 0,7 Prozent anzuheben.

Aber in Deutschland hat der Anteil der Entwicklungshilfe am Bruttosozialprodukt seit rund 20 Jahren mehr oder weniger kontinuierlich abgenommen. Derzeit liegt er bei 0,27 Prozent. Ressortchefin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) hatte sich seit Beginn der rot-grünen Koalition für eine Anhebung stark gemacht.

Dem Vernehmen nach erhielt sie jetzt im Kabinett Unterstützung von den Grünen-Ministern Joschka Fischer (Äußeres) und Jürgen Trittin (Umwelt).

Zudem hatte UN-Generalsekretär Kofi Annan - vor dem Hintergrund der Wiederaufbauleistungen für das kriegszerstörte Afghanistan und des Anti-Terrorkampfes seit dem 11. September - bei seiner Rede Ende Februar im Bundestag die Regierung aufgefordert, den Entwicklungshilfeanteil aufzustocken.

Wieczorek-Zeul will an diesem Freitag im Bundestag ihre zweite Regierungserklärung zur Entwicklungspolitik abgeben.

 Mehr Informationen:

BMZ

Internationale Konferenz zur Entwicklungs- finanzierung in Monterrrey

vista verde: Entwicklung


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