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Weltbank-Studie: Entwicklungshilfe ist
effektiver als ihr Ruf
Entwicklungshilfe ist nach
einer neuen Studie der Weltbank wirkungsvoller als viele Kritiker
glauben.
Washington (dpa) - «Menschen
in Entwicklungsländern sind gesünder und besser ausgebildet
als vor 50 Jahren. Entwicklungshilfe hat diese Veränderungen
möglich gemacht», erklärte Weltbank-Chefökonom
Nicholas Stern bei Vorlage der Studie in Washington.
Nach der Analyse der Weltbank
hat eine Milliarde Dollar Entwicklungshilfe 1990 rund 105.000
Menschen für immer aus der schlimmsten Armut geholfen. Diese
Menschen lebten vorher von weniger als einem Dollar am Tag. Acht
Jahre später habe dieselbe Summe dagegen bereits 284.000
Menschen über die Armutsschwelle gebracht, berichtet die
Weltbank.
«Wenn wir aus unseren Fehlern
lernen, funktioniert Entwicklungshilfe. Für reiche und arme
Länder ist der Zeitpunkt ist gekommen, eine tiefe und anhaltende
Partnerschaft einzugehen, die die Entwicklung vorantreibt»,
sagte Stern. Die Weltbank veröffentlichte die Studie eine
Woche vor der UN-Konferenz zur Finanzierung von Entwicklung, die
am 18. März in in Monterrey (Mexiko) beginnt.
Botswana, Chile und Südkorea
hebt das Institut als besondere Erfolge hervor. Dort habe staatliche
Hilfe aus dem Ausland zur Verbesserung des politischen Klimas,
zum Aufbau von Institutionen und damit zu schnellerem Wachstum
und einer Reduzierung der Armut beigetragen.
Ähnliches gelte für
China, Polen, Uganda und Vietnam. In Bangladesch sterben nach
der Studie heute nur noch halb so viele Kinder in den ersten Lebensjahren
wie vor 30 Jahren.
Weder der dirigistische Einsatz
von Entwicklungshilfe in den 50er und 60er Jahren noch der Verlass
auf privatwirtschaftliche Initiativen in den 80er und frühen
90er Jahren habe die Armut effektiv bekämpfen können,
meint die Weltbank. Die Empfängerländer müssten
bei der Planung von Hilfsprogrammen von Anfang an beteiligt sein.
Der Privatsektor sei zwar der
Motor des Wachstums, doch müssten Regierungen für gute
politische Institutionen, Infrastruktur und Investitionen in Gesundheit
und Ausbildung sorgen. «Dies sind die Schlüsselelemente
für Wachstum und Armutsbekämpfung, die von Entwicklungshilfe
stark profitieren können», heißt es in der Studie.
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