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- 11.03.2002 -

 

 

 

 

 

 

Sicherheitskommission: Gefährlicher Nachwuchsmangel in Atomindustrie

Nachwuchsprobleme in der Atomtechnik gefährden nach Ansicht des neuen Vorsitzenden der Reaktorsicherheits- kommission (RSK), Michael Sailer, den störungsfreien Betrieb der Anlagen.

Darmstadt (dpa) - Die Zahl der offenen Stellen werde in den kommenden Jahren eine dreistellige Größenordnung erreichen, sagte der Atomexperte des Öko- Instituts in Darmstadt im dpa-Gespräch. Dadurch sei die «Sicherheitskultur» in den Atomanlagen in Frage gestellt.

Der hohe Altersdurchschnitt des Personals in der Atomtechnik spitze die Situation weiter zu. Für viele Mitarbeiter, die in den kommenden Jahren ihren Arbeitsplatz verlassen, gebe es keinen Ersatz. Dies betreffe sowohl die Kraftwerksbetreiber als auch die Aufsichtsbehörden.

Hier müsse massiv geworben werden, forderte Sailer: «Viele Schulabgänger sehen in der Atomtechnik keine Zukunftsperspektive, aber auch nach dem Ausstieg gibt es bei der Endlagerung des Abfalls noch Arbeit auf viele Jahre.»

Atomkraftgegner könnten an dieser Misere nicht interessiert sein, führte Seiler aus. «Wir haben mit der Atomkraft ein Problem in die Welt gesetzt, dessen Lösung wir jetzt auch anständig abarbeiten müssen.»

Dazu zählt für den Experten ebenfalls die Schaffung eines Endlagers für Atommüll. «Die Reaktorsicherheitskommission muss in den kommenden Jahren diese Diskussion intensiv und offen führen.» Die Entscheidungsgewalt liege jedoch bei der Politik.

Sailer gehört seit 1999 der Kommission an. Als Leiter des Ausschusses Ver- und Entsorgung hat er maßgeblich an dem Konzept der Zwischenlagerung der abgebrannten Brennelemente an den Kraftwerkstandorten mitgearbeitet.

Der 48 Jahre alte Diplom-Ingenieur ist seit Donnerstag Nachfolger von Lothar Hahn, der ebenfalls beim Öko-Institut beschäftigt war und jetzt als Geschäftsführer zur Gesellschaft für Reaktorsicherheit gewechselt ist.

 Mehr Informationen:

RSK

Öko-Institut

 

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