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Sicherheitskommission: Gefährlicher
Nachwuchsmangel in Atomindustrie
Nachwuchsprobleme in der Atomtechnik
gefährden nach Ansicht des neuen Vorsitzenden der Reaktorsicherheits-
kommission (RSK), Michael Sailer, den störungsfreien Betrieb
der Anlagen.
Darmstadt (dpa) - Die Zahl der
offenen Stellen werde in den kommenden Jahren eine dreistellige
Größenordnung erreichen, sagte der Atomexperte des
Öko- Instituts in Darmstadt im dpa-Gespräch. Dadurch
sei die «Sicherheitskultur» in den Atomanlagen in
Frage gestellt.
Der hohe Altersdurchschnitt des
Personals in der Atomtechnik spitze die Situation weiter zu. Für
viele Mitarbeiter, die in den kommenden Jahren ihren Arbeitsplatz
verlassen, gebe es keinen Ersatz. Dies betreffe sowohl die Kraftwerksbetreiber
als auch die Aufsichtsbehörden.
Hier müsse massiv geworben
werden, forderte Sailer: «Viele Schulabgänger sehen
in der Atomtechnik keine Zukunftsperspektive, aber auch nach dem
Ausstieg gibt es bei der Endlagerung des Abfalls noch Arbeit auf
viele Jahre.»
Atomkraftgegner könnten an
dieser Misere nicht interessiert sein, führte Seiler aus.
«Wir haben mit der Atomkraft ein Problem in die Welt gesetzt,
dessen Lösung wir jetzt auch anständig abarbeiten müssen.»
Dazu zählt für den Experten
ebenfalls die Schaffung eines Endlagers für Atommüll.
«Die Reaktorsicherheitskommission muss in den kommenden
Jahren diese Diskussion intensiv und offen führen.»
Die Entscheidungsgewalt liege jedoch bei der Politik.
Sailer gehört seit 1999 der
Kommission an. Als Leiter des Ausschusses Ver- und Entsorgung
hat er maßgeblich an dem Konzept der Zwischenlagerung der
abgebrannten Brennelemente an den Kraftwerkstandorten mitgearbeitet.
Der 48 Jahre alte Diplom-Ingenieur
ist seit Donnerstag Nachfolger von Lothar Hahn, der ebenfalls
beim Öko-Institut beschäftigt war und jetzt als Geschäftsführer
zur Gesellschaft für Reaktorsicherheit gewechselt ist.
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