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- 08.03.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

Experte: Gute Chancen für UN-Resolution gegen reproduktives Klonen

Der deutsche Sachverständige des Komitees gegen reproduktives Klonen menschlichen Lebens der Vereinten Nationen (UN), Hans Lilie, sieht gute Chancen für eine UN-Resolution.

Halle/Berlin (dpa) - «Die Mehrheit der Nationen möchte diese Form des Klonens weltweit als unethisch festschreiben, um Forschern wie Geldgebern die Basis zu entziehen», sagte der Experte der Martin-Luther-Universität Halle- Wittenberg der dpa. Die Bundesregierung teilt den Optimismus nach dem ersten Treffen der Kommission in New York auf Grund der «unglaublichen Resonanz» auf die deutsch-französische Initiative.

Die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen seien sich einig,dass das Thema von existenzieller Bedeutung sei. «Die UN hat die Chance, die Entwicklung mitzubestimmen, statt ihr hinterherzulaufen. Ziel der Initiative ist deshalb, schnell eine greifbare Lösung zu finden, statt sich in Maximallösungen zu verbeißen», sagte die Sprecherin des Bundesjustizministeriums, Maritta Strasser.

Während der intensiven Debatte im Sommer 2001 habe sich gezeigt, dass ein völkerrechtliches Instrumentarium gegen das reproduktive Klonen fehle, erläuterte eine Sprecherin des Außenministeriums die Hintergründe der Initiative. Bis zur Generalversammlung der UN im September solle eine Liste mit den Argumenten der Länder für die geplante Resolution erstellt werden.

«Das Verfahren ist extrem risikoreich und birgt die Gefahr erheblicher Fehlentwicklungen», sagte Lilie, der Geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Zentrums Medizin-Ethik-Recht an der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg ist. Zusammen mit zwei Diplomaten sowie einem Vertreter des Bundesjustizministeriums hat der Jurist die deutschen Argumente für eine UN-Revolution vergangene Woche in New York vorgetragen.

Ein weiteres Argument für die internationale Ächtung des reproduktiven Klonens ist laut Lilie, «dass der Klon in seine eigene, genetisch vorbestimmte Zukunft blickt und ihm damit die Unbekümmertheit der Lebensgestaltung genommen wird».

«Außerdem muss den Forschern und Geldgebern solcher Projekte deutlich gemacht werden, dass ihre Tätigkeit auf diesem Gebiet nicht akzeptiert wird und daher von Anfang an sinnlos ist», sagte Lilie, der sich als Mitglied der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklung auch der Embryonen-Forschung widmet.

 Mehr Informationen:

Wie funktioniert das Klonen?

vista verde: Gentechnik

 

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