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Experte: Gute Chancen für UN-Resolution
gegen reproduktives Klonen
Der deutsche Sachverständige
des Komitees gegen reproduktives Klonen menschlichen Lebens der
Vereinten Nationen (UN), Hans Lilie, sieht gute Chancen für
eine UN-Resolution.
Halle/Berlin (dpa) - «Die
Mehrheit der Nationen möchte diese Form des Klonens weltweit
als unethisch festschreiben, um Forschern wie Geldgebern die Basis
zu entziehen», sagte der Experte der Martin-Luther-Universität
Halle- Wittenberg der dpa. Die Bundesregierung teilt den Optimismus
nach dem ersten Treffen der Kommission in New York auf Grund der
«unglaublichen Resonanz» auf die deutsch-französische
Initiative.
Die Mitgliedstaaten der Vereinten
Nationen seien sich einig,dass das Thema von existenzieller Bedeutung
sei. «Die UN hat die Chance, die Entwicklung mitzubestimmen,
statt ihr hinterherzulaufen. Ziel der Initiative ist deshalb,
schnell eine greifbare Lösung zu finden, statt sich in Maximallösungen
zu verbeißen», sagte die Sprecherin des Bundesjustizministeriums,
Maritta Strasser.
Während der intensiven Debatte
im Sommer 2001 habe sich gezeigt, dass ein völkerrechtliches
Instrumentarium gegen das reproduktive Klonen fehle, erläuterte
eine Sprecherin des Außenministeriums die Hintergründe
der Initiative. Bis zur Generalversammlung der UN im September
solle eine Liste mit den Argumenten der Länder für die
geplante Resolution erstellt werden.
«Das Verfahren ist extrem
risikoreich und birgt die Gefahr erheblicher Fehlentwicklungen»,
sagte Lilie, der Geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären
Zentrums Medizin-Ethik-Recht an der Martin-Luther-Universität
Halle Wittenberg ist. Zusammen mit zwei Diplomaten sowie einem
Vertreter des Bundesjustizministeriums hat der Jurist die deutschen
Argumente für eine UN-Revolution vergangene Woche in New
York vorgetragen.
Ein weiteres Argument für
die internationale Ächtung des reproduktiven Klonens ist
laut Lilie, «dass der Klon in seine eigene, genetisch vorbestimmte
Zukunft blickt und ihm damit die Unbekümmertheit der Lebensgestaltung
genommen wird».
«Außerdem muss den
Forschern und Geldgebern solcher Projekte deutlich gemacht werden,
dass ihre Tätigkeit auf diesem Gebiet nicht akzeptiert wird
und daher von Anfang an sinnlos ist», sagte Lilie, der sich
als Mitglied der Europäischen Akademie zur Erforschung von
Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklung auch der Embryonen-Forschung
widmet.
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