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- 04.03.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

EU: Grünes Licht für Kyoto-Protokoll

Die Umweltminister der Europäischen Union haben in letzter Minute grünes Licht für das Kyoto-Protokoll zum weltweiten Klimaschutz gegeben.

Brüssel (dpa) - Bei ihrem Treffen in Brüssel vertagten sie am Montag einen Streit mit Dänemark über den Abbau der die Erde erwärmenden Treibhausgase. Die Einigkeit der EU war eine Grundlage, um die Mindestzahl von Unterschriften zusammenzubringen, mit der das Kyoto-Protokoll in Kraft treten kann. Der amtierende Präsident des Ministerrats, Spaniens Umweltminister Jaime Matas, sprach von einem historischen Schritt.

«Damit wird die EU ihrer Vorreiterrolle beim Klimaschutz gerecht», sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin nach der Entscheidung in Brüssel. Mit dem Protokoll von Kyoto werde erstmals eine absolute Begrenzung für die schädlichen Treibhausgase gesetzt.

Dies sei die richtige Antwort auf die USA, die nach wie vor sogar auf ein Anwachsen der das Klima erwärmenden Schadstoffe setzten. Schon jetzt produzierten die USA pro Kopf mit gut 20 Tonnen jährlich mehr als doppelt so viele Treibhausgase wie die EU im Durchschnitt.

Das Kyoto-Protokoll verpflichtet die EU, bis 2012 ihren Ausstoß von Treibhausgasen um acht Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Mit Blick auf Einwände Dänemarks betonte Trittin, dass die 1998 innerhalb der EU ausgehandelten Anteile der Mitgliedsstaaten verbindlich seien. Dänemark hatte sich damals zu einem Abbau der Treibhausgase um 21 Prozent verpflichtet, will jetzt aber nur noch 17 Prozent - nach nicht offizielle Angaben aus EU-Kreisen sogar nur noch 14 Prozent - erreichen.

Die Regierung in Kopenhagen argumentiert, in dem der Berechnung zu Grunde gelegten Jahr 1990 habe Dänemark besonders viel Strom aus norwegischen Wasserkraftwerken importiert, so dass der Ausstoß von Treibhausgasen damals untypisch niedrig war. Die Minister vereinbarten, diese Bedenken in Betracht zu ziehen, wenn 2006 die exakte Berechnung der einzusparenden Mengen vorgenommen wird.

EU-Umweltkommissarin Margot Wallström betonte, an der Verteilung der Lasten innerhalb der EU habe sich nichts geändert. Sie sei verbindlich, und die Kommission werde die Umsetzung des Programms jetzt überwachen.

Auch Deutschland hat sich zu einer Reduzierung um 21 Prozent verpflichtet und nach Trittins Angaben schon mehr als 18 Prozent erreicht. Einige Länder, unter anderem Griechenland und Portugal, können dagegen ihren Ausstoß von Treibhausgasen noch deutlich steigern, ohne dass dadurch die EU-weite Reduzierung um acht Prozent gefährdet wird.

Das Kyoto-Protokoll kann in Kraft treten, wenn mindestens 55 Staaten es ratifiziert haben, wobei darunter Staaten sein müssen, die zusammen für mindestens 55 Prozent des Kohlendioxidausstoßes der Industrieländer von 1990 verantwortlich waren.

Nach dem heftig kritisierten Ausstieg der USA aus dem Protokoll müssen außer der gesamten EU mindestens Japan, Russland und zahlreiche mittel- und osteuropäische Staaten zustimmen. Nach Angaben Trittins haben die Umweltminister der an einem EU-Beitritt interessierten Länder in Brüssel Zustimmung signalisiert.

Die Annahme des Kyoto-Protokolls durch den Ministerrat erfolgte einstimmig. Die Minister verständigten sich darauf, dass für weitere Entscheidungen in diesem Zusammenhang zwar ebenfalls Einmütigkeit anzustreben sei, rechtlich jedoch Mehrheitsentscheidungen ausreichen. Trittin sagte, wenn es Veto-Rechte gäbe, «dann wäre es bald vorbei mit Europas Rolle beim Klimaschutz».

 Mehr Informationen:

Europäische Kommission

BMU

 

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