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Klimaschutz: Wissenschaftler für
Schadstoffabgabe auf Flugzeuge und Schiffe
Zum besseren Schutz von Luft
und Wasser plädieren Klimaforscher für die Einführung
einer Art Schadstoffabgabe auf Flugzeuge und Schiffe.
Berlin (dpa) - Mit den Einnahmen
aus emissionsorientierten Entgelten für die Nutzung des internationalen
Luftraums und der Hohen See könnte die «Reparatur von
Klimaschäden» finanziert werden, wie zum Beispiel Deichbau
als Folge des Anstiegs des Meeresspiegels.
Diese neuen Finanzierungsinstrumente
schlägt der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung
globale Umweltveränderungen (WGBU) in einem Gutachten vor,
das in Berlin Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne)
und Forschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) übergeben
wurde.
Außerdem treten die Wissenschaftler
für Ausgleichszahlungen an Entwicklungsländer ein, falls
sie auf die umweltschädigende Nutzung von Naturressourcen
wie Wälder, Gewässer und Böden verzichten. In den
ärmsten Ländern seien viele Menschen zu einem umweltschädlichen
Verhalten gezwungen, um überleben zu können, begründeten
sie diesen Vorschlag.
Das WGBU-Gutachten ist ein Beitrag
zu der am 18. März in Mexiko stattfindenden UN-Finanzierungskonferenz,
die Mittel für die internationale Entwicklungshilfe mobilisieren
soll.
Flug- und Schiffsverkehr fallen
nicht unter das Kyoto-Protokoll
Der Flugverkehr sei die Quelle
von Treibhausgasen, die weltweit am stärksten wachse, stellen
die Experten fest. Der Kohlendioxid (CO2)-Ausstoß im Flugverkehr
werde sich von 1992 bis 2025 voraussichtlich verdreifachen.
Weder die Schadstoffausstöße
des Flugverkehrs noch der Seeschifffahrt fallen aber unter die
Reduktionsverpflichtungen des internationalen Klimaprotokolls
von Kyoto, das bis Anfang September in Kraft treten soll.
Für den Flugverkehr sollte
die Abgabe nach Flugzeugtyp, Flugroute, Entfernung und Ladegewicht
berechnet werden. Die Einnahmen könnten nach Vorstellung
der Wissenschaftlerunter anderem auch in den verstärkten
Einsatz erneuerbarer Energien fließen.
Auch die Seeschifffahrt trage
erheblich zur Verschmutzung von Meer und Luft bei, obwohl sie
auf Langstrecken die umweltfreundlichste Transportform sei, heißt
es in dem Gutachten.
Für den Schiffsverkehr schlagen
die Experten deshalb eine Grundabgabe vor, wobei Rabatte gewährt
werden könnten, deren Höhe etwa von einer umweltfreundlichen
Reedereipolitik oder der Technik der Schiffe abhängen sollte.
Die Einnahmen sollten für den Schutz der Meere verwendet
werden.
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