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- 27.02.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Klimaschutz: Wissenschaftler für Schadstoffabgabe auf Flugzeuge und Schiffe

Zum besseren Schutz von Luft und Wasser plädieren Klimaforscher für die Einführung einer Art Schadstoffabgabe auf Flugzeuge und Schiffe.

Berlin (dpa) - Mit den Einnahmen aus emissionsorientierten Entgelten für die Nutzung des internationalen Luftraums und der Hohen See könnte die «Reparatur von Klimaschäden» finanziert werden, wie zum Beispiel Deichbau als Folge des Anstiegs des Meeresspiegels.

Diese neuen Finanzierungsinstrumente schlägt der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung globale Umweltveränderungen (WGBU) in einem Gutachten vor, das in Berlin Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) und Forschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) übergeben wurde.

Außerdem treten die Wissenschaftler für Ausgleichszahlungen an Entwicklungsländer ein, falls sie auf die umweltschädigende Nutzung von Naturressourcen wie Wälder, Gewässer und Böden verzichten. In den ärmsten Ländern seien viele Menschen zu einem umweltschädlichen Verhalten gezwungen, um überleben zu können, begründeten sie diesen Vorschlag.

Das WGBU-Gutachten ist ein Beitrag zu der am 18. März in Mexiko stattfindenden UN-Finanzierungskonferenz, die Mittel für die internationale Entwicklungshilfe mobilisieren soll.

Flug- und Schiffsverkehr fallen nicht unter das Kyoto-Protokoll

Der Flugverkehr sei die Quelle von Treibhausgasen, die weltweit am stärksten wachse, stellen die Experten fest. Der Kohlendioxid (CO2)-Ausstoß im Flugverkehr werde sich von 1992 bis 2025 voraussichtlich verdreifachen.

Weder die Schadstoffausstöße des Flugverkehrs noch der Seeschifffahrt fallen aber unter die Reduktionsverpflichtungen des internationalen Klimaprotokolls von Kyoto, das bis Anfang September in Kraft treten soll.

Für den Flugverkehr sollte die Abgabe nach Flugzeugtyp, Flugroute, Entfernung und Ladegewicht berechnet werden. Die Einnahmen könnten nach Vorstellung der Wissenschaftlerunter anderem auch in den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien fließen.

Auch die Seeschifffahrt trage erheblich zur Verschmutzung von Meer und Luft bei, obwohl sie auf Langstrecken die umweltfreundlichste Transportform sei, heißt es in dem Gutachten.

Für den Schiffsverkehr schlagen die Experten deshalb eine Grundabgabe vor, wobei Rabatte gewährt werden könnten, deren Höhe etwa von einer umweltfreundlichen Reedereipolitik oder der Technik der Schiffe abhängen sollte. Die Einnahmen sollten für den Schutz der Meere verwendet werden.


© ArtToday

Der Flugverkehr ist die Quelle von Treibhausgasen, die weltweit am stärksten wächst.

 

 Mehr Informationen:

WBGU-Gutachten: "Entgelte für die Nutzung globaler Gemeinschaftsgüter"

 

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