|
Trittin: Atomkonsens und Klimaschutz
größte Erfolge
Bundesumweltminister Jürgen
Trittin (Grüne) sieht die Einleitung des Atomausstiegs, die
Klimaschutzmaßnah- men und die Modernisierung des Naturschutzrechts
als größte Erfolge seiner Amtszeit.
Hannover (dpa) - In einem dpa-Gespräch
widersprach der 47-Jährige zudem dem öffentlichen Bild
einer sinkenden Attraktivität der Grünen für die
Jugend sowie einer mangelnden Erneuerungsfähigkeit der Partei.
Die Grünen müssten
sich nach Ansicht von Trittin wieder mehr für Fragen öffnen,
die sich grundsätzlich auf die Weltordnung beziehen. «Die
Faszination etwa für die Anti-Globalisierungs-Bewegung Attac
liegt nicht so sehr in deren Programm als vielmehr darin, dass
diese Leute etwas für eine gerechtere Weltordnung tun»,
sagte Trittin.
Attac renne damit zum Teil offene
Türen ein. Der Minister nannte die von den Grünen schon
lange geforderte Tobin-Steuer auf Devisengeschäfte oder einen
Schuldenerlass für Länder der Dritten Welt. Der Globalisierung
müsse ein sozialer und ökologischer Rahmen gesteckt
werden - wie dem Klimaschutz durch das Kyoto-Protokoll.
Im Verhältnis zur Jugend
sieht der gebürtige Bremer für seine Partei «wenig
Anlass zur Sorge». Die Attraktivität der Grünen
sei hier deutlich größer als die der anderen Parteien.
Vor allem bei den Wählern unter 25 Jahren erreiche die Partei
nach wie vor zwischen 10 und 15 Prozent.
Für die Erneuerungsfähigkeit
der Grünen spreche etwa, dass unter den fünf Spitzenplätzen
der jetzt nominierten niedersächsischen Liste für den
Bundestag drei Neulinge seien.
|