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- 22.02.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

25 Jahre Gorleben: Standort für zentrales Endlager weiter offen

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat sich für ein zentrales Atommüll-Endlager statt mehrerer Standorte ausgesprochen.

Gorleben/Berlin (dpa) - «Wir sind der Auffassung, dass es die vernünftigste Lösung ist, den Atommüll an einem und nicht an verschiedenen Standorten in Deutschland unterzubringen», sagte er im DeutschlandRadio zur Haltung der Bundesregierung. Noch könne aber niemand sagen, wo ein zentrales Atommüll-Endlager sein werde, sagte der Minister.

Anlass war der 25. Jahrestag der Debatte um den Atomstandort Gorleben in Niedersachsen. Die damalige CDU-geführte Landesregierung hatte am 22. Februar 1977 beschlossen, Gorleben als «vorläufigen Standort eines möglichen Entsorgungszentrums für ausgebrannte Kernbrennstoffe zu benennen». Gorleben wurde daraufhin zu einem zentralen Schauplatz für Proteste der deutschen Umweltbewegung.

Trittin will nun den Bericht des bundesweiten Arbeitskreises Endlager abwarten. Bis zum Jahresende soll diese Arbeitsgruppe Kriterien für ein Endlager erarbeiten. Dann wird über die Standortfrage entschieden.


© dpa

Vor 25 Jahren waren Plakate in Gorleben im Landkreis Lüchow-Dannenberg erste Protestzeichen der Bürgerinitiative gegen den Bau der Atommülldeponie (Archivfoto vom 07.03.1977).

Umweltorganisationen und Grüne in Niedersachsen würdigten am Freitag den seit 25 Jahren anhaltenden Widerstand gegen ein mögliches Endlager in Gorleben. Die Grünen-Fraktionschefin im Landtag von Hannover, Rebecca Harms, bekräftigte die Forderung nach einem alternativen Standort.

Die Vorsitzende des niedersächsischen Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Renate Backhaus, warf der rot-grünen Bundesregierung vor, durch «den so genannten Atomkonsens das Endlagerproblem weiter zu verschärfen».

Niedersachsens Umweltminister Wolfgang Jüttner (SPD) äußerte sich - wie zuvor Trittin - zufrieden über das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom Mittwoch. Das oberste Gericht hatte die Klage Bayerns gegen den Erkundungsstopp im geplanten Atommüll- Endlager Gorleben als unbegründet verworfen.

Damit könne die Endlager-Suche weiterhin «nach rein wissenschaftlichen Kriterien fortgesetzt werden», sagte Jüttner. Im Atomkonsens hatten Bundesregierung und Stromwirtschaft vereinbart, die Erkundungen dort für drei bis zehn Jahre auszusetzen.

 Mehr Informationen:

Bundesumwelt- ministerium

vista verde: Atomenergie

 

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