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Bundesärztekammer und Greenpeace:
Gegen Patent auf Brustkrebsgen
Die Bundesärztekammer
und die Umweltorganisation Greenpeace haben das Europäische
Patentamt aufgefordert, das Patent auf ein Brustkrebsgen aufzuheben.
München/Berlin (dpa) - «Das
Wissen um die menschliche Anatomie und das Genom des Menschen
sind Allgemeingut und keine Handelsware. Deshalb wenden wir uns
gegen jeden Versuch, menschliche Gene oder Gensequenzen zu patentieren»,
sagte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Jörg-Dietrich
Hoppe. Die Entscheidung des Patentamtes, das Brustkrebsgen BRCA1
patentrechtlich zu schützen, dürfe keinen Bestand haben.
Mitglieder der Umweltorganisation
Greenpeace kletterten an der Fassade des Patentamtes hoch und
entrollten ein Transparent mit der berühmten Venus-Abbildung
von Sandro Botticelli und der Aufschrift: «Hände weg
von meinen Genen». Gleichzeitig übergaben sie Unterschriften
für einen Einspruch gegen das bereits erteilte Patent EP
0705903 auf das Brustkrebsgen.
Das Patentamt wollte sich am
Freitag nicht äußern. Es handle sich um ein laufendes
Verfahren, zu dem das Amt keine Stellung abgebe, sagte ein Sprecher.
Die Entdeckung des Gens BRCA1
ermöglicht neue Wege zur Diagnose von Brustkrebs. Nach Auffassung
von Greenpeace sichert sich das US- Unternehmen Myriad mit dem
Patent die Rechte zur Anwendung des Gens und behindere dadurch
die Medizin zur Entwicklung besserer Verfahren für die Brustkrebsdiagnose.
Die Ärztekammer unterstützte
das Anliegen von Greenpeace: «Wir hoffen, dass der heutige
Einspruch von Greenpeace und über 1000 Personen gegen dieses
Patent Erfolg hat und die Patenterteilung widerrufen wird»,
sagte Hoppe.
«Es ist zu befürchten,
dass Forschungsergebnisse - in Erwartung einer Patenterteilung
- nicht schnell und offen genug kommuniziert werden und in der
Folge dadurch Experimente am Menschen und an Tieren unnötig
wiederholt werden oder gar Warnungen vor gefährlichen Praktiken
aus kommerziellen Gründen unterbleiben.»
Menschliche Gene oder Gensequenzen
seien keine Erfindungen, sondern Erkenntnisse über natürliche
Gegebenheiten, die sich einer Patentierung entziehen sollten.
Greenpeacesprecher Christoph
Then erklärte in München, Gene dürften nicht zum
«Spielball von Aktienhändlern und Patentanwälten»
werden. Gene von Menschen, Tieren und Pflanzen seien Allgemeingut.
Der Zugang zu diesen Lebensgrundlagen dürfe nicht durch Patente
blockiert werden.
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