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Umweltverbände: Ziele von Rio nicht
erreicht - Kampagne gestartet
Zehn Jahre nach dem Umweltgipfel
von Rio de Janeiro und sechs Monate vor dem nächsten in Johannesburg
haben deutsche Organisationen eine negative Bilanz im Umweltschutz
und in der Entwicklungshilfe gezogen.
Berlin (dpa) - «Trotz zahlreicher
Versprechen in Rio ist es nicht gelungen, eine Trendwende zu schaffen
und die Weichen für eine nachhaltige Entwicklung zu stellen»,
sagte der Präsident des Deutschen Naturschutzringes, Hubert
Weinzierl, am Dienstag in Berlin. Vom 24. August bis 4. September
treffen sich in Johannesburg (Südafrika) die Staatschefs
zum Weltumweltgipfel.
Die größte Herausforderung
sei es, die Lebensstile zu verändern, ohne das Glücksempfinden
der Menschen zu mindern, sagte Weinzierl. Im Energiesparen liegt
für ihn das größte Potenzial, um den Ausstoß
von Treibhausgasen zu reduzieren. Er wies darauf hin, dass Globalsierung
und Nachhaltigkeit kein Widerspruch seien.
«Unumstrittener Schwerpunkt
des Gipfels muss die Armutsbekämpfung sein», sagte
der Vorsitzende des Verbandes Entwicklungspolitik, Reinhard Hermle.
Deswegen seien ein spürbarer Schuldenerlass, deutlich höhere
Entwicklungshilfe und ein verbesserter Marktzugang für Entwicklungsländer
notwendig.
Hermle forderte auch die Ernährungssicherung
durch eine globale Agrarwende. Dabei dürfe das Treffen nicht
zu einem Gipfel der Lippenbekenntnisse werden. Vielmehr müssten
konkrete politische Impulse von Johannesburg ausgehen.
Mit ihrer Kampagne «Globale
Gerechtigkeit ökologisch gestalten» wollen die Umweltorganisationen
politischen Druck ausüben. Dafür hat das Bündnis
«Forum Umwelt Entwicklung» zehn Forderungen zur nachhaltigen
Entwicklung formuliert. Der Entwurf der Bundesregierung hierzu
reiche nicht aus. Deswegen wollen die 60 Umweltorganisationen
im Wahljahr das Bewusstsein in der Bevölkerung schärfen.
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