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- 19.02.2002 -

 

 

 

 

 

 

Umweltverbände: Ziele von Rio nicht erreicht - Kampagne gestartet

Zehn Jahre nach dem Umweltgipfel von Rio de Janeiro und sechs Monate vor dem nächsten in Johannesburg haben deutsche Organisationen eine negative Bilanz im Umweltschutz und in der Entwicklungshilfe gezogen.

Berlin (dpa) - «Trotz zahlreicher Versprechen in Rio ist es nicht gelungen, eine Trendwende zu schaffen und die Weichen für eine nachhaltige Entwicklung zu stellen», sagte der Präsident des Deutschen Naturschutzringes, Hubert Weinzierl, am Dienstag in Berlin. Vom 24. August bis 4. September treffen sich in Johannesburg (Südafrika) die Staatschefs zum Weltumweltgipfel.

Die größte Herausforderung sei es, die Lebensstile zu verändern, ohne das Glücksempfinden der Menschen zu mindern, sagte Weinzierl. Im Energiesparen liegt für ihn das größte Potenzial, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Er wies darauf hin, dass Globalsierung und Nachhaltigkeit kein Widerspruch seien.

«Unumstrittener Schwerpunkt des Gipfels muss die Armutsbekämpfung sein», sagte der Vorsitzende des Verbandes Entwicklungspolitik, Reinhard Hermle. Deswegen seien ein spürbarer Schuldenerlass, deutlich höhere Entwicklungshilfe und ein verbesserter Marktzugang für Entwicklungsländer notwendig.

Hermle forderte auch die Ernährungssicherung durch eine globale Agrarwende. Dabei dürfe das Treffen nicht zu einem Gipfel der Lippenbekenntnisse werden. Vielmehr müssten konkrete politische Impulse von Johannesburg ausgehen.

Mit ihrer Kampagne «Globale Gerechtigkeit ökologisch gestalten» wollen die Umweltorganisationen politischen Druck ausüben. Dafür hat das Bündnis «Forum Umwelt Entwicklung» zehn Forderungen zur nachhaltigen Entwicklung formuliert. Der Entwurf der Bundesregierung hierzu reiche nicht aus. Deswegen wollen die 60 Umweltorganisationen im Wahljahr das Bewusstsein in der Bevölkerung schärfen.

 Mehr Informationen:

Kampagne "Gloable Gerechtigkeit ökologisch gestalten"

Forum Umwelt & Entwicklung

Entwurf der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung

vista verde: Nachhaltigkeit

 

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