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- 18.02.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Atomenergie: Bush will Endlager in Nevada

Das seit mehr als 20 Jahren umstrittene amerikanische Atomendlager soll nach dem Willen von US-Präsident George W. Bush endgültig in den Yucca-Bergen im Bundesstaat Nevada gebaut werden.

Washington (dpa) - Der Gouverneur von Nevada, Bushs Parteifreund Kenny Guinn, legte umgehend Widerspruch gegend diese Entscheidung ein, die Bush am Freitagaben fällte. «Ich bin entsetzt, genauso wie die Bürger von Nevada, dass diese Entscheidung getroffen wurde, obwohl noch so viele Fragen offen sind,» sagte der Gouverneur am Samstag. «Wir kämpfen um unser Leben.»

In dem Lager rund 130 Kilometer nördlich von Las Vegas sollen bis zu 70.000 Tonnen hochradioaktiven Mülls in Metallbehältern in 300 Meter tiefen Schächten eingelagert werden. Zur Zeit werden die Bestände, mehr als 40.000 Tonnen, auf dem Gelände von 131 Atomkraftwerken und Militäreinrichtungen im ganzen Land gelagert. Jedes Jahr fallen etwa 2000 Tonnen neuer radioaktiver Müll an. Die Regierung will mit der Einlagerung in acht Jahren beginnen.

«Das Lagerungsprogramm fortzusetzen ist nötig, um die Gesundheit der Bevölkerung und die Sicherheit der Nation sicherzustellen», schrieb Bush. Die Entscheidung sei nach Jahrzehnten rigoroser wissenschaftlicher Prüfung erfolgt. Gegner des Lagers fürchten durch den hoch radioaktiven Müll eine Verseuchung des Grundwassers und Nachteile für die Region als Wohn- und Industrieansiedlungsort.

Mit der Weigerung des Gouverneurs, dem Bush-Plan zuzustimmen, fällt die endgültige Entscheidung dem Kongress zu. Sie dürfte in den nächsten drei Monaten fallen. Beobachter rechnen mit einer Zustimmung. Der Senator von Nevada, John Ensign, kündigte jedoch erbitterten Widerstand an. «Die Schlacht beginnt», sagte Ensign der Zeitung «Las Vegas Sun».

Das Energieministerium hatte die seit mehr als 14 Jahren dauernden Voruntersuchungen im Dezember für beendet erklärt und den Bau des Lagers empfohlen. «Es gibt zwingende Interessen, die verlangen, dass wir die Suche nach einem Standort abschließen und mit der Entwicklung des Lagers beginnen», hatte Energieminister Spencer Abraham gesagt.

Nach den Terroranschlägen waren die Sicherheitsvorkehrungen an den Atomkraftwerken drastisch verschärft worden. Kritiker bezeichnen den geplanten Transport des radioaktiven Materials, wahrscheinlich mehr als 100 000 Lastwagenladungen, über hunderte von Kilometern als unverantwortlich und gefährlich. Es sei wesentlich sicherer, das Material umzulagern als es dort zu lassen, wo es sich zur Zeit befindet, konterte Abraham.

Die Bush-Regierung will nach mehr als 20-jähriger Pause neue Atomkraftwerke bauen, um den wachsenden Energiebedarf der Amerikaner zu decken. Ein Fünftel des Strombedarfs wird in den USA zur Zeit durch Atomstrom gedeckt.


© Department of Energy

Unter dem Yucca Mountain in Nevada sollen mehr als 70.000 Tonnen Atommüll in mehr als 300 Meter tiefen Schächten gelagert werden.

 Mehr Informationen:

The White House

US-Department of Energy

Eureka County, Nevada: Nuclear Waste Page

State of Nevada: Nuclear Waste Project Office

vista verde: Atommüll in Deutschland

 

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