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- 18.02.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Klimaschutz: Trittin hält an Klimaziel fest

Umweltminister Jürgen Trittin hält trotz massiver Zweifel von Wissenschaftlern am nationalen Klimaschutzziel fest. Danach soll der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid bis 2005 um ein Viertel gegenüber den Werten von 1990 sinken.

Berlin (dpa) - Trittin (Grüne) sagte der dpa am Rande einer Tagung in Berlin, das Erreichen des Ziels hänge allerdings auch von der Einführung der Lastwagenmaut und einer Fortsetzung der Ökosteuer 2003 ab. Zuvor hatte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) das Ziel in Frage gestellt.

Das DIW prognostizierte, dass das Klimaziel auch bei «drastisch verstärkten klimaschutzpolitischen Anstrengungen wenig realistisch sei». Das berichtete «Der Spiegel» in seiner neuesten Ausgabe.

Die CO2-Emissionen seien gegenüber dem Vorjahr nur um 0,7 Prozent gesunken. Bis 2005 müssten weitere 100 Millionen Kohlendioxid eingespart werden, um den Wert von 1990 um ein Viertel zu reduzieren.

Trittin meinte, allein durch die Lastwagenmaut, die bisher von den Bundesländern blockiert wird, sei eine weitere Reduzierung von fünf bis zehn Millionen Tonnen möglich.

Er und der umweltpolitische Sprecher der Grünen- Bundestagsfraktion, Reinhard Loske, bezeichneten die Umwelt- und Atompolitik als wichtigen Aktivposten der rot-grünen Regierungsbilanz.

«Auf keinem Gebiet wurde nach 1998 so eine sichtbare Wende eingeleitet wie in der Energiepolitik», sagte Trittin bei der von seinem Ministerium ausgerichteten Tagung «Energiewende - Atomausstieg und Klimaschutz» in Berlin.

Der schrittweise Ausstieg aus der Atomenergie und der Einstieg in die erneuerbaren Energien seien international ohne Beispiel, meinten Verbände auf von den Grünen ausgerichteten Fachtagungen.

Zugleich warnte Trittin vor einer «Kehrtwende». Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) habe versprochen, bei einem Wahlsieg Umweltbesteuerungen zurückzunehmen und Kürzungen im Bereich der erneuerbaren Energien einzuleiten.

Der Präsident des Naturschutzbundes (NABU), Jochen Flasbarth, lobte den deutschen Atomausstieg als internationales Signal für einen Schritt in Richtung nachhaltige Energieversorgung.

Die Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Angelika Zahrnt, nannte es dagegen verfrüht, von einer Wende in der deutschen Energiepolitik zu sprechen. Das Atomgesetz sei eine «Mogelpackung».

Loske kündigte an, dass seine Partei in der nächsten Wahlperiode milliardenschwere Subventionen drastisch abbauen und die natürlichen Lebensgrundlagen durch ökologische Neuerungen schützen wollen. Der einstige SPD-Führungspolitiker und Ex-Minister Erhard Eppler sagte auf einer Fraktionstagung, er halte Rot-Grün für die einzige zukunftsträchtige Koalition in Deutschland».

Loske sprach sich für eine ökologische Finanzreform aus. Dazu gehöre unter anderem eine Ausweitung der Förderung von solarer Energie bei gleichzeitigem Subventions-Abbau in den Bereichen Energie, Verkehr und Landwirtschaft.

 Mehr Informationen:

Bundesumwelt- ministerium

DIW

Reinhard Loske

NABU

BUND

 

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