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- 05.02.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Annan: Elite soll mehr für Arme tun

Mit einem Aufruf von UN-Generalsekretär Kofi Annan zu mehr Engagement der Unternehmer in den armen Ländern ist am Montagabend (Ortszeit) das Weltwirtschaftsforum in New York zu Ende gegangen.

New York/Porto Alegre (dpa) - Annan forderte die dort ver- sammelte Wirtschaftselite auf, mehr in Entwicklungsländern zu investieren und Gesundheits- und Bildungsinitiativen zu er- greifen.

Die Anschläge vom 11. September markierten einen Wende- punkt in der Geschichte, sagte Annan. «Die Kräfte des Neides, der Verzweiflung und des Terrors sind heute stärker als viele von uns wahrgenommen haben. Aber sie sind nicht unbesiegbar. Wir müssen eine Botschaft der Solidarität, des gegenseitigen Respekts und vor allem der Hoffnung dagegen setzen.»

Seit Donnerstag hatten rund 2700 Teilnehmer, darunter 30 Regierungschefs, 100 Minister, 74 Botschafter, Akademiker und Religionsführer über globale Fragen diskutiert. Sie befassten sie sich mit Themen wie der Weltwirtschaft, der Terrorbedrohung und der wachsenden Kritik am Globalisierungsprozess. Stärker als in anderen Jahren kamen die ungleiche Wohlstandsverteilung und die soziale Verantwortung der multinationalen Konzerne zur Sprache.

Popsänger Bono von der Gruppe U2, der sich seit Jahren für einen Schuldenerlass für Entwicklungsländer einsetzt, erhielt als Teilnehmer mehrerer Podiumsdiskussionen Beifall. Am Wochen- ende demonstrierten rund 2000 Menschen auf den Straßen New Yorks gegen das Forum, dessen Teilnehmer ihrer Ansicht nach die Globalisierung zum Nachteil der lokalen Bevölkerung in vielen Ländern vorantreiben.

Weltsozialforum: Rund 60.000 Teilnehmer aus 150 Ländern

Als «Gegenpol» zum Wirtschaftsforum fand in Brasilien das 2. Weltsozialforum statt. Rund 60.000 Teilnehmer aus 150 Ländern beklagten vor allem «zunehmenden Militarismus» nach den Anschlägen vom 11. September. Ein Teil des Geldes, das für Aufrüstung ausgegeben werde, solle künftig besser zur Bekämpfung von Armut, Krankheiten und Arbeitslosigkeit verwendet werden, hieß es.

Gefordert wurden zudem erneut der Erlass aller Schulden der Dritten Welt, eine Versteuerung der Kapitalströme und die Abschaffung von Agrarsubventionen der reichen Länder.

Das Treffen endete am Montagabend mit einem Protestmarsch von 20.000 Menschen gegen die für 2005 vorgesehene Gründung der panamerikanischen Freihandelszone. Am Dienstag standen Show-Veranstaltungen auf dem Programm.

Das Wirtschaftsforum, das nach den Terroranschlägen aus Solidarität mit der Stadt New York nach Manhattan verlegt wurde, kehrt 2003 wieder nach Davos in den Schweizer Alpen zurück. Das Sozialforum soll im nächsten Jahr dagegen wieder in Porto Alegre stattfinden.


© dpa

Friedensnobelpreisträger Kofi Annan forderte die in New York versammelte Wirtschaftselite auf, mehr in Entwicklungsländern zu investieren.

 

 Mehr Informationen:

World Economic Forum

Porto Alegre 2002

Weltsozialforum

vista verde: Globalisierung

 

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