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Annan: Elite soll mehr für Arme
tun
Mit einem Aufruf von UN-Generalsekretär
Kofi Annan zu mehr Engagement der Unternehmer in den armen Ländern
ist am Montagabend (Ortszeit) das Weltwirtschaftsforum in New
York zu Ende gegangen.
New York/Porto Alegre (dpa) -
Annan forderte die dort ver- sammelte Wirtschaftselite auf, mehr
in Entwicklungsländern zu investieren und Gesundheits- und
Bildungsinitiativen zu er- greifen.
Die Anschläge vom 11. September
markierten einen Wende- punkt in der Geschichte, sagte Annan.
«Die Kräfte des Neides, der Verzweiflung und des Terrors
sind heute stärker als viele von uns wahrgenommen haben.
Aber sie sind nicht unbesiegbar. Wir müssen eine Botschaft
der Solidarität, des gegenseitigen Respekts und vor allem
der Hoffnung dagegen setzen.»
Seit Donnerstag hatten rund 2700
Teilnehmer, darunter 30 Regierungschefs, 100 Minister, 74 Botschafter,
Akademiker und Religionsführer über globale Fragen diskutiert.
Sie befassten sie sich mit Themen wie der Weltwirtschaft, der
Terrorbedrohung und der wachsenden Kritik am Globalisierungsprozess.
Stärker als in anderen Jahren kamen die ungleiche Wohlstandsverteilung
und die soziale Verantwortung der multinationalen Konzerne zur
Sprache.
Popsänger Bono von der Gruppe
U2, der sich seit Jahren für einen Schuldenerlass für
Entwicklungsländer einsetzt, erhielt als Teilnehmer mehrerer
Podiumsdiskussionen Beifall. Am Wochen- ende demonstrierten rund
2000 Menschen auf den Straßen New Yorks gegen das Forum,
dessen Teilnehmer ihrer Ansicht nach die Globalisierung zum Nachteil
der lokalen Bevölkerung in vielen Ländern vorantreiben.
Weltsozialforum: Rund 60.000
Teilnehmer aus 150 Ländern
Als «Gegenpol» zum
Wirtschaftsforum fand in Brasilien das 2. Weltsozialforum statt.
Rund 60.000 Teilnehmer aus 150 Ländern beklagten vor allem
«zunehmenden Militarismus» nach den Anschlägen
vom 11. September. Ein Teil des Geldes, das für Aufrüstung
ausgegeben werde, solle künftig besser zur Bekämpfung
von Armut, Krankheiten und Arbeitslosigkeit verwendet werden,
hieß es.
Gefordert wurden zudem erneut
der Erlass aller Schulden der Dritten Welt, eine Versteuerung
der Kapitalströme und die Abschaffung von Agrarsubventionen
der reichen Länder.
Das Treffen endete am Montagabend
mit einem Protestmarsch von 20.000 Menschen gegen die für
2005 vorgesehene Gründung der panamerikanischen Freihandelszone.
Am Dienstag standen Show-Veranstaltungen auf dem Programm.
Das Wirtschaftsforum, das nach
den Terroranschlägen aus Solidarität mit der Stadt New
York nach Manhattan verlegt wurde, kehrt 2003 wieder nach Davos
in den Schweizer Alpen zurück. Das Sozialforum soll im nächsten
Jahr dagegen wieder in Porto Alegre stattfinden.
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