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Bundesrat: Arzneimissbrauch bei Tiermast
verhindern
Der Missbrauch von Arzneimitteln
bei der Tiermast soll durch schärfere Gesetzesregeln wirksamer
bekämpft werden.
Berlin (dpa) - «Tiere sollen
nur noch dann Medikamente bekommen, wenn sie wirklich krank sind»,
sagte die nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel
Höhn (Grüne) am Freitag vor dem Bundesrat in Berlin.
Die Länderkammer beschloss
einen Gesetzentwurf, mit dem unter anderem Kontrollen verschärft
und Gesetzeslücken geschlossen werden sollen. Der Entwurf
wurde Bundesregierung und Bundestag zugeleitet.
Anlass der Initiative der Länder
Nordrhein-Westfalen, Sachsen- Anhalt, Sachsen und Schleswig-Holstein
waren wiederholte Tiermastskandale in den vergangenen Jahren,
zuletzt vor einem Jahr in Bayern.
Nach dem Entwurf sollen Tierarzneien
künftig nicht mehr vorbeugend und nur noch vom Tierarzt verordnet
werden. Der Veterinär soll auch nicht gleichzeitig Produzent
und Verkäufer des Medikaments sein.
Tierarzneien dürften nicht
länger dazu benutzt werden, die Schwächen der Intensivhaltung
von Vieh zu überdecken, sagte Höhn. Als Folge zu großzügigen
Einsatzes von Medikamenten bei der Tierhaltung seien Erreger resistent
geworden. Bei ernst- haften Erkrankungen von Menschen schlügen
deshalb in vielen Fällen Antibiotika nicht mehr an.
Der Parlamentarische Staatssekretär
Gerald Thalheim (SPD) vom Bundesverbraucherministerium versprach,
das Ressort werde sich für die zügige Umsetzung des
Gesetzentwurfs einsetzen. Die Bundestierärztekammer nannte
den Entwurf einen «wichti- gen Schritt, um in Zukunft Tierarzneimittel-Skandale
zu verhindern».
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