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«Bessere Welt ist möglich»:
Weltsozialforum
in Brasilien eröffnet
Unter dem Motto «Eine
bessere Welt ist möglich» hat am Donnerstag in der
südbrasilianischen Provinz-Hauptstadt Porto Alegre das 2.
Weltsozialforum begonnen.
Porto Alegre (dpa) - Im Mittelpunkt
der sechstägigen Veran- staltung stehen die Beziehungen zwischen
den Wirtschafts- systemen und dem Weltfrieden. An dem Treffen
nehmen rund 60.000 Vertreter von Regierungen, Gewerkschaften,
Kirchen, Minderheiten und Nichtregierungsorganisationen aus 80
Ländern teil.
Es handelt sich vorwiegend um
Gegner der Globalisierung und des Neoliberalismus, die für
eine «bessere und gerechtere Welt» kämpfen wollen.
Nicht zufällig findet das Treffen gleichzeitig und quasi
als Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum in New York statt.
Die Eröffnungsveranstaltung
unter dem Motto «Eine Welt ohne Kriege ist möglich»
wurde am Donnerstag von den Friedens- nobelpreisträgern Rigoberta
Menchu (Guatemala) und Adolfo Pérez (Argentinien) geleitet.
Dabei sollten Vorschläge zur Beilegung der Konflikte im Nahen
Osten, Mexiko (Chiapas), Kaschmir, Baskenland und Kolumbien erarbeitet
werden.
«Wir Linke treffen uns
hier, um der Welt die Botschaft zu übermitteln, dass die
gerechte Verteilung des Reichtums und die Abschaffung der Ungleichheiten
große Konflikte lösen können», meinte der
Sprecher der linksgerichteten Stadtverwaltung von Porto Alegre,
Jeferson Miola. Im Gegensatz zum ersten Sozialforum wolle man
weniger protestieren und mehr konkrete Vorschläge unterbreiten,
hieß es.
Bei der ersten Tagung des Sozialforums
hatten im vergangenen Jahr in Porto Alegre rund 15.000 Teilnehmer
unter anderem den Erlass aller Schulden der Dritten Welt, die
Abschaffung von Steuerparadiesen, die Versteuerung von Kapitalbewegungen
sowie eine Reduzierung der Macht internationaler Finanz- organisationen
gefordert. Vor dem Hintergrund der schweren Finanz- und Sozialkrise
in Argentinien sollen nun diese Forderungen mit stärkerem
Nachdruck wiederholt werden.
Ihre Teilnahme haben unter anderem
der US-Linguist Noam Chomsky, der seinem Heimatland «Staatsterrorismus»
vorwirft, die frühere französische First Lady Danielle
Mitterrand (Präsidentin von France Liberté), der spanische
Richter Baltasar Garzon und der französische Bauernführer
José Bové fest zugesagt.
Bové hatte beim ersten
Forum für Aufsehen gesorgt, als er an der Zerstörung
von Plantagen von genmanipuliertem Soja teilnahm und deshalb des
Landes verwiesen wurde. «Ich
schließe ähnliche Aktionen nicht aus», sagte
der Franzose jetzt.
Die Organisatoren des Forums wiesen
Teilnahmeanträge von Rebellengruppen wie der baskischen ETA
und der kolum- bianischen FARC zurück. Aber auch der belgische
Premier- minister Guy Verhofstadt wurde als «Verfechter
des Neoliberalismus» ausgeladen.
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