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- 31.01.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

«Bessere Welt ist möglich»: Weltsozialforum
in Brasilien eröffnet

Unter dem Motto «Eine bessere Welt ist möglich» hat am Donnerstag in der südbrasilianischen Provinz-Hauptstadt Porto Alegre das 2. Weltsozialforum begonnen.

Porto Alegre (dpa) - Im Mittelpunkt der sechstägigen Veran- staltung stehen die Beziehungen zwischen den Wirtschafts- systemen und dem Weltfrieden. An dem Treffen nehmen rund 60.000 Vertreter von Regierungen, Gewerkschaften, Kirchen, Minderheiten und Nichtregierungsorganisationen aus 80 Ländern teil.

Es handelt sich vorwiegend um Gegner der Globalisierung und des Neoliberalismus, die für eine «bessere und gerechtere Welt» kämpfen wollen. Nicht zufällig findet das Treffen gleichzeitig und quasi als Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum in New York statt.

Die Eröffnungsveranstaltung unter dem Motto «Eine Welt ohne Kriege ist möglich» wurde am Donnerstag von den Friedens- nobelpreisträgern Rigoberta Menchu (Guatemala) und Adolfo Pérez (Argentinien) geleitet. Dabei sollten Vorschläge zur Beilegung der Konflikte im Nahen Osten, Mexiko (Chiapas), Kaschmir, Baskenland und Kolumbien erarbeitet werden.

«Wir Linke treffen uns hier, um der Welt die Botschaft zu übermitteln, dass die gerechte Verteilung des Reichtums und die Abschaffung der Ungleichheiten große Konflikte lösen können», meinte der Sprecher der linksgerichteten Stadtverwaltung von Porto Alegre, Jeferson Miola. Im Gegensatz zum ersten Sozialforum wolle man weniger protestieren und mehr konkrete Vorschläge unterbreiten, hieß es.

Bei der ersten Tagung des Sozialforums hatten im vergangenen Jahr in Porto Alegre rund 15.000 Teilnehmer unter anderem den Erlass aller Schulden der Dritten Welt, die Abschaffung von Steuerparadiesen, die Versteuerung von Kapitalbewegungen sowie eine Reduzierung der Macht internationaler Finanz- organisationen gefordert. Vor dem Hintergrund der schweren Finanz- und Sozialkrise in Argentinien sollen nun diese Forderungen mit stärkerem Nachdruck wiederholt werden.

Ihre Teilnahme haben unter anderem der US-Linguist Noam Chomsky, der seinem Heimatland «Staatsterrorismus» vorwirft, die frühere französische First Lady Danielle Mitterrand (Präsidentin von France Liberté), der spanische Richter Baltasar Garzon und der französische Bauernführer José Bové fest zugesagt.

Bové hatte beim ersten Forum für Aufsehen gesorgt, als er an der Zerstörung von Plantagen von genmanipuliertem Soja teilnahm und deshalb des Landes verwiesen wurde. «Ich schließe ähnliche Aktionen nicht aus», sagte der Franzose jetzt.

Die Organisatoren des Forums wiesen Teilnahmeanträge von Rebellengruppen wie der baskischen ETA und der kolum- bianischen FARC zurück. Aber auch der belgische Premier- minister Guy Verhofstadt wurde als «Verfechter des Neoliberalismus» ausgeladen.

 Mehr Informationen:

Porto Alegre 2002

Weltsozialforum

World Economic Forum

vista verde: Globalisierung

 

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