|
Entwicklungshilfe: UN will keine Verdoppelung
mehr
Die Vereinten Nationen (UN)
haben auf Einspruch westlicher Industrieländer Forderungen
nach einer Verdoppelung der staatlichen Entwicklungshilfe für
arme Länder fallen lassen.
New York (dpa) - Statt dessen
werden die Industriestaaten nur noch zu Anstrengungen aufgefordert,
das seit Jahren bestehen- de Hilfe-Ziel von 0,7 Prozent des Bruttosozialprodukts
zu erreichen. Das geht aus einem am Montag vorgelegten Entwurf
für eine Deklaration hervor, die im März in Mexiko auf
einer Internationalen Entwicklungshilfe-Konferenz verabschiedet
werden soll.
UN-Generalsekretär Kofi
Annan hatte die Organisatoren der am 18. März in Monterrey
beginnenden Tagung aufgerufen, eine Verdoppelung der Entwicklungshilfe
zum Ziel zu erklären. Wie aus Kreisen von UN- Diplomaten
verlautete, sträubten sich dagegen vor allem die USA und
Japan.
Bisher stellen nach UN-Angaben
lediglich fünf Staaten wenigstens 0,7 Prozent ihres Bruttosozialproduktes
als Entwicklungshilfe zur Verfügung: Dänemark, Luxemburg,
die Niederlande, Norwegen und Schweden. Außerdem hat sich
Irland formell verpflichtet, diese Zielvorgabe zu erreichen.
Deutschland schafft derzeit nur
eine Quote von 0,27 Prozent des Bruttosozialproduktes. Entwicklungshilfeministerin
Heidemarie Wieczorek-Zeul hat aber angekündigt, sie wolle
das 0,7-Prozent Ziel durch ein «Modell mit Zwischenstufen»
erreichen.
|