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- 23.01.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Import embryonaler Stammzellen: Voraussichtlich drei Anträge im Bundestag

Bei der Bundestagsdebatte über den Import embryonaler Stammzellen am kommenden Mittwoch wird es voraus- sichtlich drei fraktionsübergreifende Anträge geben.

Berlin (dpa) - Die strikten Gegner der Forschung an mensch- lichen Embryonen aus CDU/CSU, SPD und Grüne einigten sich am Mittwoch auf eine gemeinsame Position. Gleiches streben die Befürworter einer Imports und einer Forschung unter strengsten Auflagen an diesem Donnerstag an.

Auch die dritte Gruppe, die die Entwicklung eigener Stamm- zellen-Linien in Deutschland nicht ausschließen will - plant jetzt einen gemeinsamen Antrag. Dazu zählt geschlossen die FDP-Fraktion und einige CDU-Politiker um Peter Hintze.

Auch der Bundeskanzler will sprechen

Gegner wie Befürworter quer durch alle Fraktionen rechnen mit einer knappen Abstimmung. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder will in seiner Eigenschaft als Abgeordneter im Parlament sprechen. Bisher lagen für die Debatte acht verschiedene Anträge vor. Die PDS will keinen eigenen Antrag stellen und sich an den anderen beteiligen.

Bei einer «Probeabstimmung» in der CDU/CSU-Fraktion am Dienstagabend hatten die Import-Gegner die Mehrheit. Allerdings fehlten bereits viele Abgeordnete. Die strikten Gegner der Embryonenforschung um Hermann Kues, Jochen Borchert und Hubert Hüppe einigten sich am Mittwoch mit dem SPD-Abgeordneten und Import-Gegner Wolfgang Wodarg und der Grünen Monika Knoche auf eine gemeinsame Position.

Auch Bundestagspräsident Wolfgang Thierse zählt nach Angaben von Kues Büro zu den Unterzeichnern. Ein Sprecher von Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) dementierte am Abend die Information, dass auch die Ministerin den Antrag unterschrieben habe.

Befürworter verlangen für einen Import strenge Kriterien

Bei der Union befürworten Fraktions-Vizechefin Maria Böhmer (CDU) und Ex-Gesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) Import und Forschung unter strengsten Auflagen.

Bei der SPD ist dies eine Gruppe um Forschungsstaatssekretär Wolf-Michael Catenhusen und um die Vorsitzende der Bundestags-Enquete-Kommission «Recht und Ethik der modernen Medizin», Margot von Renesse. Auch Fraktionschef Peter Struck zählt dazu.

Die Befürworter aus beiden Fraktionen verlangen für einen Import strenge Kriterien, wie sie auch der «Nationale Ethikrat» für Import und Forschung formuliert hat.

Nach Auffassung der FDP-Fraktion soll es künftig auch in Deutschland möglich sein, aus Embryos in den ersten acht Tagen nach ihrer künstlichen Befruchtung Stammzellen zu entnehmen, sofern dies zur Forschung an Heilverfahren für schwere Krankheiten dient.

Die Erzeugung von Embryos allein für die Forschung soll hinge- gen wie bisher verboten bleiben, eben so wie der kommerzielle Handel, erläuterte die FDP-Forschungspolitikerin Ulrike Flach.

Die kirchliche Laienbewegung «Initiative Embryonenschutz» hat 75.000 Unterschriften gegen den Import menschlicher embryonaler Stammzellen gesammelt. Sie wurden CDU/CSU-Fraktionschef Friedrich Merz und der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Menschenrechte, Christa Nickels (Grüne), überreicht.

 Mehr Informationen:

Bundestags-Enquetekommission «Recht und Ethik der modernen Medizin»

Nationaler Ethikrat

EKD: Bioethik

CDU

FDP

Grüne

SPD

vista verde: Gentechnologie

 

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