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Import embryonaler Stammzellen: Voraussichtlich
drei Anträge im Bundestag
Bei der Bundestagsdebatte
über den Import embryonaler Stammzellen am kommenden Mittwoch
wird es voraus- sichtlich drei fraktionsübergreifende Anträge
geben.
Berlin (dpa) - Die strikten Gegner
der Forschung an mensch- lichen Embryonen aus CDU/CSU, SPD und
Grüne einigten sich am Mittwoch auf eine gemeinsame Position.
Gleiches streben die Befürworter einer Imports und einer
Forschung unter strengsten Auflagen an diesem Donnerstag an.
Auch die dritte Gruppe, die die
Entwicklung eigener Stamm- zellen-Linien in Deutschland nicht
ausschließen will - plant jetzt einen gemeinsamen Antrag.
Dazu zählt geschlossen die FDP-Fraktion und einige CDU-Politiker
um Peter Hintze.
Auch der Bundeskanzler will
sprechen
Gegner wie Befürworter quer
durch alle Fraktionen rechnen mit einer knappen Abstimmung. Auch
Bundeskanzler Gerhard Schröder will in seiner Eigenschaft
als Abgeordneter im Parlament sprechen. Bisher lagen für
die Debatte acht verschiedene Anträge vor. Die PDS will keinen
eigenen Antrag stellen und sich an den anderen beteiligen.
Bei einer «Probeabstimmung»
in der CDU/CSU-Fraktion am Dienstagabend hatten die Import-Gegner
die Mehrheit. Allerdings fehlten bereits viele Abgeordnete. Die
strikten Gegner der Embryonenforschung um Hermann Kues, Jochen
Borchert und Hubert Hüppe einigten sich am Mittwoch mit dem
SPD-Abgeordneten und Import-Gegner Wolfgang Wodarg und der Grünen
Monika Knoche auf eine gemeinsame Position.
Auch Bundestagspräsident
Wolfgang Thierse zählt nach Angaben von Kues Büro zu
den Unterzeichnern. Ein Sprecher von Bundesjustizministerin Herta
Däubler-Gmelin (SPD) dementierte am Abend die Information,
dass auch die Ministerin den Antrag unterschrieben habe.
Befürworter verlangen
für einen Import strenge Kriterien
Bei der Union befürworten
Fraktions-Vizechefin Maria Böhmer (CDU) und Ex-Gesundheitsminister
Horst Seehofer (CSU) Import und Forschung unter strengsten Auflagen.
Bei der SPD ist dies eine Gruppe
um Forschungsstaatssekretär Wolf-Michael Catenhusen und um
die Vorsitzende der Bundestags-Enquete-Kommission «Recht
und Ethik der modernen Medizin», Margot von Renesse. Auch
Fraktionschef Peter Struck zählt dazu.
Die Befürworter aus beiden
Fraktionen verlangen für einen Import strenge Kriterien,
wie sie auch der «Nationale Ethikrat» für Import
und Forschung formuliert hat.
Nach Auffassung der FDP-Fraktion
soll es künftig auch in Deutschland möglich sein, aus
Embryos in den ersten acht Tagen nach ihrer künstlichen Befruchtung
Stammzellen zu entnehmen, sofern dies zur Forschung an Heilverfahren
für schwere Krankheiten dient.
Die Erzeugung von Embryos allein
für die Forschung soll hinge- gen wie bisher verboten bleiben,
eben so wie der kommerzielle Handel, erläuterte die FDP-Forschungspolitikerin
Ulrike Flach.
Die kirchliche Laienbewegung
«Initiative Embryonenschutz» hat 75.000 Unterschriften
gegen den Import menschlicher embryonaler Stammzellen gesammelt.
Sie wurden CDU/CSU-Fraktionschef Friedrich Merz und der Vorsitzende
des Bundestagsausschusses für Menschenrechte, Christa Nickels
(Grüne), überreicht.
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