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Katholische Bischöfe: Entwicklungshilfe
massiv erhöhen
Die katholischen deutschen
Bischöfe haben eine massive Erhöhung der Entwicklungshilfe
sowie einen kompletten Schuldenerlass für die ärmsten
Staaten der Welt gefordert.
Frankfurt/Main (dpa) - Nur so
könnten diese Entwicklungsländer den «Teufelskreis
aus niedrigem Einkommen, langsamem Wachstum und geringer Kapitalbildung
durchbrechen», heißt es in einer Studie im Auftrag
der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Die Untersuchung «Globale
Finanzen und menschliche Entwicklung» wurde am Dienstag
in Frankfurt vorgestellt.
Der Trend zu weniger staatlicher
Entwicklungshilfe müsse gestoppt und umgekehrt werden, sagte
der Sozialethiker Prof. Joachim Wiemeyer von der Universität
Bochum. Wiemeyer ist Vorsitzender der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe,
die die Studie für die DBK erarbeitet hat. Langfristiges
Ziel müsse sein, dass die Industriestaaten die Vorgaben der
Vereinten Nationen erfüllten, 0,7 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts
(BIP) für Entwicklungshilfe aufzuwenden.
Deutschland schafft derzeit laut
Entwicklungsministerium nur eine Quote von 0,27 Prozent des BIP.
Der Haushalt 2002 des Ministeriums beträgt rund 3,7 Milliarden
Euro (etwa 7,237 Mrd Mark) - knapp 100 Millionen weniger als 2001.
Auch die Kirche selbst müsse
ihre Entwicklungshilfemittel erhöhen, heißt es in der
Untersuchung. Die Mittel für kirchliche und zivilgesellschaftliche
Partner in der Dritten Welt seien seit Jahren real rückläufig.
Die ärmsten Länder
müssten den inländischen Bankensektor stärken und
ein solides Finanzsystem aufbauen, wenn sie mehr heimische Ressourcen
mobilisieren wollten, heißt es in der Studie. Nur so könnten
sie auf lange Sicht die Voraussetzungen für den Zufluss von
internationalem Kapital schaffen. Bei dieser Aufgabe seien die
Entwicklungsländer aber auf Unterstützung der Industriestaaten
und internationaler Organisationen angewiesen.
Die 72-seitige Studie listet
zudem Anforderungen an ein Finanz- system auf, das sich an den
«Bedürfnissen des Gemeinwohls orientiert». So
sollten Internationaler Währungsfonds und Welt- bank reformiert
werden. Zentrale Aufgabe müsse sein, den «Einfluss
großer Finanzinstitute, vor allem den der "Wall Street",
zu neutralisieren».
Eine andere Forderung nach mehr
Transparenz der Finanz- systeme gelte im übrigen auch für
das Finanzwesen der Kirche, sagte der Münchner Weihbischof
Bernhard Haßlberger.
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