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- 22.01.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

Katholische Bischöfe: Entwicklungshilfe massiv erhöhen

Die katholischen deutschen Bischöfe haben eine massive Erhöhung der Entwicklungshilfe sowie einen kompletten Schuldenerlass für die ärmsten Staaten der Welt gefordert.

Frankfurt/Main (dpa) - Nur so könnten diese Entwicklungsländer den «Teufelskreis aus niedrigem Einkommen, langsamem Wachstum und geringer Kapitalbildung durchbrechen», heißt es in einer Studie im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Die Untersuchung «Globale Finanzen und menschliche Entwicklung» wurde am Dienstag in Frankfurt vorgestellt.

Der Trend zu weniger staatlicher Entwicklungshilfe müsse gestoppt und umgekehrt werden, sagte der Sozialethiker Prof. Joachim Wiemeyer von der Universität Bochum. Wiemeyer ist Vorsitzender der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe, die die Studie für die DBK erarbeitet hat. Langfristiges Ziel müsse sein, dass die Industriestaaten die Vorgaben der Vereinten Nationen erfüllten, 0,7 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Entwicklungshilfe aufzuwenden.

Deutschland schafft derzeit laut Entwicklungsministerium nur eine Quote von 0,27 Prozent des BIP. Der Haushalt 2002 des Ministeriums beträgt rund 3,7 Milliarden Euro (etwa 7,237 Mrd Mark) - knapp 100 Millionen weniger als 2001.

Auch die Kirche selbst müsse ihre Entwicklungshilfemittel erhöhen, heißt es in der Untersuchung. Die Mittel für kirchliche und zivilgesellschaftliche Partner in der Dritten Welt seien seit Jahren real rückläufig.

Die ärmsten Länder müssten den inländischen Bankensektor stärken und ein solides Finanzsystem aufbauen, wenn sie mehr heimische Ressourcen mobilisieren wollten, heißt es in der Studie. Nur so könnten sie auf lange Sicht die Voraussetzungen für den Zufluss von internationalem Kapital schaffen. Bei dieser Aufgabe seien die Entwicklungsländer aber auf Unterstützung der Industriestaaten und internationaler Organisationen angewiesen.

Die 72-seitige Studie listet zudem Anforderungen an ein Finanz- system auf, das sich an den «Bedürfnissen des Gemeinwohls orientiert». So sollten Internationaler Währungsfonds und Welt- bank reformiert werden. Zentrale Aufgabe müsse sein, den «Einfluss großer Finanzinstitute, vor allem den der "Wall Street", zu neutralisieren».

Eine andere Forderung nach mehr Transparenz der Finanz- systeme gelte im übrigen auch für das Finanzwesen der Kirche, sagte der Münchner Weihbischof Bernhard Haßlberger.

 Mehr Informationen:

Deutsche Bischofs- konferenz: Studie «Globale Finanzen und menschliche Entwicklung»

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

vista verde: Entwicklung

 

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