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Stammzellen-Import: EKD warnt - Grüne
wollen sich nicht festlegen
Drei Wochen vor der Bundestagsdebatte
über die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen
hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) vor unkalkulierbaren
Entwicklungen gewarnt.
Berlin/Wörlitz (dpa) - Nach
dem Import solcher Stammzellen könne nicht mehr erklärt
werden, warum nicht auch Embryonen eigens für die Forschung
«produziert» würden, sagte der EKD-Ratsvorsitzende
Manfred Kock der dpa. Die Bundestagsfraktion der Grünen verzichtete
am Donnerstag bei ihrer Klausurtagung in Wörlitz in Sachsen-Anhalt
auf eine gemeinsame Position zum Stammzellenimport.
Die grünen Abgeordneten
seien sich einig, dass die Tötung von Embryonen zu Forschungszwecken
verhindert werden müsse, sagte Ex-Gesundheitsministerin Andrea
Fischer nach der Diskussion des Themas. Zur Frage, wie dies erreicht
werden könne, gebe es unterschiedliche Vorstellungen. Ein
Teil der Fraktion neige dazu, den Import nicht generell zu verbieten.
Andere Abgeordnete wollten ein Verbot durch die Bundes- regierung
geregelt sehen.
Der Grünen-Rechtsexperte
Volker Beck hatte unmittelbar vor der Klausurtagung von seiner
Partei ein klares Signal gegen die Forschung an und den Import
von embryonalen Stammzellen verlangt. Gleichzeitig räumte
er ein, dass ein totales Import- verbot verfassungsrechtlich nicht
durchzusetzen sei.
Andrea Fischer sprach sich gegen
ein «schlichtes Nein» gegen Importe aus, weil dies
keine «rechtsfeste Position» sei. Es müsse aber
klargestellt werden, dass Embryonen weder hier noch anderswo zu
Forschungszwecken getötet werden dürften. Ein Grundsatzpapier
der früheren Ministerin spricht sich auch dafür aus,
die Forschungsförderung auf die Arbeit mit adulten (erwachsenen)
Stammzellen zu beschränken.
Am 30. Januar will der Bundestag
entscheiden, ob Forscher in Deutschland an Stammzellen aus dem
Ausland forschen dürfen und wie der Import geregelt werden
soll.
Dazu will die EKD den Abgeordneten
Entscheidungshilfen an die Hand geben und organisiert am 28. und
29. Januar in Berlin einen Experten-Kongress. Für die Erforschung
und Heilung von Krankheiten schlägt auch der EKD-Ratsvorsitzende
Kock etwa den Rückgriff auf adulte menschliche Zellen oder
Tiere vor.
Die FDP kündigte an, zur
Bundestagsdebatte einen Gesetz- entwurf einzubringen, der unter
bestimmten Bedingungen die Forschung an Embryonen zulässt,
die nach einer künstlichen Befruchtung nicht mehr verwendet
werden.
In der Bundestags-Enquetekommission
«Recht und Ethik der modernen Medizin» hat sich eine
Mehrheit der Mitglieder gegen den Stammzellen-Import ausgesprochen,
gleichwohl wurde kein Votum abgegeben.
Der von Bundeskanzler Gerhard
Schröder (SPD) einberufene Nationale Ethikrat dagegen billigte
den Import mehrheitlich unter strengsten Auflagen.
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