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- 10.01.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stammzellen-Import: EKD warnt - Grüne wollen sich nicht festlegen

Drei Wochen vor der Bundestagsdebatte über die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) vor unkalkulierbaren Entwicklungen gewarnt.

Berlin/Wörlitz (dpa) - Nach dem Import solcher Stammzellen könne nicht mehr erklärt werden, warum nicht auch Embryonen eigens für die Forschung «produziert» würden, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Manfred Kock der dpa. Die Bundestagsfraktion der Grünen verzichtete am Donnerstag bei ihrer Klausurtagung in Wörlitz in Sachsen-Anhalt auf eine gemeinsame Position zum Stammzellenimport.

Die grünen Abgeordneten seien sich einig, dass die Tötung von Embryonen zu Forschungszwecken verhindert werden müsse, sagte Ex-Gesundheitsministerin Andrea Fischer nach der Diskussion des Themas. Zur Frage, wie dies erreicht werden könne, gebe es unterschiedliche Vorstellungen. Ein Teil der Fraktion neige dazu, den Import nicht generell zu verbieten. Andere Abgeordnete wollten ein Verbot durch die Bundes- regierung geregelt sehen.

Der Grünen-Rechtsexperte Volker Beck hatte unmittelbar vor der Klausurtagung von seiner Partei ein klares Signal gegen die Forschung an und den Import von embryonalen Stammzellen verlangt. Gleichzeitig räumte er ein, dass ein totales Import- verbot verfassungsrechtlich nicht durchzusetzen sei.

Andrea Fischer sprach sich gegen ein «schlichtes Nein» gegen Importe aus, weil dies keine «rechtsfeste Position» sei. Es müsse aber klargestellt werden, dass Embryonen weder hier noch anderswo zu Forschungszwecken getötet werden dürften. Ein Grundsatzpapier der früheren Ministerin spricht sich auch dafür aus, die Forschungsförderung auf die Arbeit mit adulten (erwachsenen) Stammzellen zu beschränken.

Am 30. Januar will der Bundestag entscheiden, ob Forscher in Deutschland an Stammzellen aus dem Ausland forschen dürfen und wie der Import geregelt werden soll.

Dazu will die EKD den Abgeordneten Entscheidungshilfen an die Hand geben und organisiert am 28. und 29. Januar in Berlin einen Experten-Kongress. Für die Erforschung und Heilung von Krankheiten schlägt auch der EKD-Ratsvorsitzende Kock etwa den Rückgriff auf adulte menschliche Zellen oder Tiere vor.

Die FDP kündigte an, zur Bundestagsdebatte einen Gesetz- entwurf einzubringen, der unter bestimmten Bedingungen die Forschung an Embryonen zulässt, die nach einer künstlichen Befruchtung nicht mehr verwendet werden.

In der Bundestags-Enquetekommission «Recht und Ethik der modernen Medizin» hat sich eine Mehrheit der Mitglieder gegen den Stammzellen-Import ausgesprochen, gleichwohl wurde kein Votum abgegeben.

Der von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) einberufene Nationale Ethikrat dagegen billigte den Import mehrheitlich unter strengsten Auflagen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehr Informationen:

EKD

Bundestagsfraktion der Grünen

Bundestags-Enquetekommission «Recht und Ethik der modernen Medizin»

Nationaler Ethikrat

vista verde: Gentechnologie

 

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