Siebenpunkt-Marienkäfer ist Insekt des Jahres
Der nützliche Glücksbringer
ist das Insekt des Jahres 2006.
(vv) - Der Siebenpunkt-Marienkäfer erfreut sich großer
Beliebtheit. Mit der Wahl des populären Nützlings zum
"Insekt des Jahres 2006" will das gleichnamige Kuratorium
aus Insektenforschern auf die Vielfalt der artenreichen Gruppe
von Tieren aufmerksam machen. Der Marienkäfer ist ein Nützling,
da die Larven und die Käfer große Mengen an Blattläusen
vertilgen. Vögel verschmähen das bitter schmeckende
Tier und werden durch seine rote Warnfarbe abgeschreckt.

© Zeichnung Soenke Hollstein
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Der Siebenpunkt- Marienkäfer mit Puppe
und Larve |
Der Siebenpunkt gehört zur großen Familie der Marienkäfer
(Coccinellidae). Weltweit kennt man etwa 5.500 Arten vor allem
in den Tropen und Subtropen. In Deutschland wurden bisher 80 Arten
nachgewiesen. Alle kennen ihn, und doch gibt es immer noch
viele irrige Vorstellungen, so Prof. Holger Dathe, Leiter
des Deutschen Entomologischen Instituts und Vorsitzender des Kuratoriums.
Weit verbreitet ist, dass die Zahl der Punkte etwas mit
dem Alter des Käfers zu tun hätte. Die Zahl der Punkte
ist aber sein ganzes, maximal einjähriges Leben lang gleich.
Nur deren Größe nimmt von West nach Ost zu.
Der Siebenpunkt-Marienkäfer wird auch Glückskäfer
genannt, weil die Zahl Sieben - die Anzahl schwarzer Punkte auf
den roten Flügeldecken des Käfers - schon seit je her
als Glückszahl und mystische Zahl gilt, vereint sie doch
in sich die irdische Vier (4 Elemente) und die göttliche
Dreizahl. Marienkäfer sollen Kinder beschützen und Kranke
heilen. Sie galten etwa als geheiligte Tiere der Freyja, der nordgermanischen
Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit. Bereits eine etwa 20.000
Jahre alte Schnitzerei aus Mammutelfenbein zeigt einen Marienkäfer.
Für die Bauern im Mittelalter waren sie ein Geschenk der
heiligen Maria; daher der Name.
Ein Verwandter aus Ostasien hat vor fünf Jahren Schlagzeilen
geschrieben. Massen des Asiatischen Marienkäfers (Harmonia
axyridis) waren in Städten wie Hamburg an Häuserwänden
gefunden worden, wo sie überwintern wollten. Noch ist offen,
wie die heimischen Marienkäferarten auf den Fremdling
reagieren. Auch der Siebenpunkt kann in Massen auftreten. An einem
fünf Kilometer langen Ostseestrand wurde ein Schwarm von
mehr als 25 Millionen Käfern beobachtet. Zu viel Glück
kann auch zur Last werden.
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