Deutschland will Wale besser schützen
Auf der UN-Konferenz zu wandernden Tierarten
in Nairobi setzt sich Deutschland für einen besseren Schutz
der Wale ein. Weitere Themen sind die Auswirkungen des Klimawandels
und die Gefahren der Vogelgrippe.
(vv) - Die Auswirkungen von Klimaänderungen auf wandernde
Tierarten und die Gefahren der Vogelgrippe für Mensch und
Natur sind herausgehobene Themen der UN-Konferenz
zu wandernden Tierarten, die vom 19. bis 25. November in Nairobi
stattfindet. Deutschland will sich auf der Konferenz besonders
für einen besseren Schutz
der Wale einsetzen, teilte das Bundesumweltministerium (BMU)
mit. Nicht nur der Walfang gefährde die Tiere, der Mensch
mache ihnen das Überleben auch durch andere Faktoren schwer.
"Die Klimaveränderung wird auf der Südhalbkugel
eine Nahrungsverknappung zur Folge haben, weil der Krill, die
wichtigste Nahrung in antarktischen Gewässern, stark zurückgehen
dürfte", sagte der deutsche Delegationsleiter Jochen
Flasbarth, Abteilungsleiter für Naturschutz im BMU.

© NOAA
Buckelwale: Fischerei, Meeresverschmutzung,
Lärm und Klimawandel machen den Walen zu schaffen.
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Ein anderes Problem sei der so genannte Beifang - das unbeabsichtigte
Fangen von Meerestieren in der Fischerei: Jedes Jahr sterben laut
BMU etwa 300.000 Wale und Delfine in Fischernetzen. Zu viele Wale
kämen zudem um, weil sie von Schiffen angefahren würden.
Auch der zunehmende Unterwasserlärm bedrohe die Wale und
Delfine: Wenn die sensiblen Ohren der Meeressäuger durch
menschliche Aktivitäten geschädigt werden, verlieren
sie die Orientierung und den Kontakt zu Artgenossen.
Seismische Untersuchungen und der Einsatz von Sonaren (Echoloten)
könnten zum Tod von Walen führen, die dann an die Strände
gespült würden. Auch die wachsende Umweltverschmutzung
und die Überfischung würden die Ernährungsbasis
für die Meeressäuger stetig verschlechtern. Viele Wal-
und Delfinarten sind akut bedroht, warnte das BMU.
Deutschland habe zusammen mit der Europäischen Union bei
der Konferenz eine Resolution eingebracht, um die Umweltbedingungen
für die Wale zu verbessern. Weitere Resolutionen, die Deutschland
unterstützt, sollen den weltweiten Schutz von Zugvögeln,
Stören, nordafrikanischen
Gazellen, Meeresschildkröten
und vielen anderen Tierarten verbessern.
Die "Konvention
zum Schutz wandernder wild lebender Tierarten" - die
so genannte Bonner Konvention - wurde 1979 in Bonn unterzeichnet.
Sie ist eine der UN-Umweltkonventionen, die ihren Sitz am deutschen
UN-Standort in Bonn haben und dem Erhalt der biologischen Vielfalt
dienen.
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