Klimawandel bedroht Fischerei
Steigende Wassertemperaturen durch den Klimawandel
machen den Fischbeständen in aller Welt zunehmend zu schaffen.
(vv) - Ein neuer Report der Umweltstiftung WWF zeigt, dass steigende
Wassertemperaturen sowohl in den Ozeanen als auch in Flüssen
und Seen die Fischbestände gefährden. Der Sauerstoffgehalt
vieler Gewässer nehme stark ab, so dass insbesondere Süßwasserarten
immer häufiger nach Luft schnappen müssen. Ein schlechteres
Nahrungsangebot, vermindertes Wachstum und weniger Nachkommen
seien die Folgen. Zudem bringe der Klimawandel die Nahrungskette
erheblich durcheinander.
Wärmeres Wasser ist eine zusätzliche Belastung
für viele Fischbestände, erläutert Stefanie
Schmidt, Fischereireferentin beim WWF Deutschland. Der geringere
Sauerstoffgehalt des Wassers und ein schlechteres Nahrungsangebot
führten zu großen Problemen. Einige Fischarten würdne
nur dann laichen, wenn die Temperatur unter ein bestimmtes Niveau
sinke. Bei anderen Fischen nehme die Fortpflanzungsrate mit steigender
Wassertemperatur erheblich ab.
Kälte liebende Arten wandern nach Norden
Überdies führe die Erwärmung zu einer Artenverschiebung
in Richtung der Pole. Kälte liebende Arten wie Seehecht oder
Kabeljau versuchen, in kältere Gefilde zu flüchten und
Fischarten aus wärmeren Gewässern dringen weiter in
Richtung Norden vor. Wenn sie sich in den neuen Gewässern
durchsetzen, verändern die Neuankömmlinge das ökologische
Gefüge, was zu einer Verdrängung heimischer Arten führen
könne. Gelinge die Neubesiedelung hingegen nicht, könne
dies für die Wärmeflüchtlinge das Aus bedeuten,
insbesondere wenn es sich um Bestände handele, die durch
die Fischerei stark dezimiert seien.
Erhebliche wirtschaftliche Probleme
Der Report verdeutliche, dass der Klimawandel nicht nur einen
zusätzlichen Stressfaktor für die ohnehin
von Meeresverschmutzung und Überfischung gebeutelten Fischbestände
darstelle, sondern zudem erhebliche wirtschaftliche Probleme verursache,
so der WWF. Der weltweite Fischhandel habe inzwischen ein Volumen
von rund 130 Milliarden US-Dollar im Jahr erreicht. Der Sektor
zähle mehr 200 Millionen Beschäftigte. Überdies
stelle Fisch für einen Großteil der Menschheit die
wichtigste Eiweißquelle dar.
Die Naturschutzorganisation fordert von den Regierungen Emissionsreduktionen,
die eine durchschnittliche Temperaturerhöhung auf maximal
zwei Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten begrenzt.
Erste Schritte auf diesem Weg müssten bei der bevorstehenden
Klimakonferenz in Montreal gegangen werden.
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