Globaler Waldbestand schwindet in alarmierendem Ausmaß
Obwohl sich das Schrumpfen der Wälder
verlangsamt hat, nehmen die Baumbestände der Erde weiter
dramatisch ab. Dies zeigt eine neue Studie der Vereinten Nationen.
(pte) - Auf der Erde werden Jahr für Jahr rund 13 Mio. Hektar
an Waldflächenbestand vernichtet. Aufgrund von Aufforstungsmaßnahmen
und natürlicher Ausbreitung konnte dieser Schwund in den
vergangenen Jahren zwar auf 7,3 Mio. Hektar globalen Nettoverlust
pro Jahr eingedämmt werden, was in etwa der Fläche der
Beneluxstaaten entspricht. In Problemregionen wie Südamerika
und Afrika ist die Lage aber nach wie vor dramatisch, wie eine
neue Studie der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft
(FAO) jetzt beweist.
Die unter dem Titel "The Global Forest Resources Assessment
- FRA 2005" veröffentlichte Studie umfasst Daten zum
Waldbestand von 229 Ländern zwischen den Jahren 1990 und
2005. "Der umfassende Report liefert uns wichtige Aufschlüsse
über den Zustand der globalen Waldressourcen und wie wir
mit diesen umgehen. Gleichzeitig zeigt er aber auch deutlich auf,
dass Waldflächen vielerorts immer noch in alarmierendem Ausmaß
verloren gehen", meint Hosny El-Lakany von der FAO. Der globale
Rückgang der Waldflächen zeige gegenüber früheren
Jahren zwar einen leicht abgeschwächten Trend. Der Verlust
bzw. die Umwandlung von unberührten Primärwaldgebieten
durch menschliche Eingriffe sei mit sechs Mio. Hektar pro Jahr
aber immer noch enorm, so El-Lakany.
"In vielen Entwicklungsländern sind die Probleme riesig",
kommentiert Herbert Hager, Professor für Wald- und Bodenwissenschaften
an der Universität für Bodenkultur in Wien, die vorliegenden
Zahlen. Zur Veranschaulichung der Dramatik verweist er im Gespräch
mit pressetext auf das Beispiel Äthiopien. Hier sei die Bewaldung
in den letzten 100 Jahren von 40 Prozent der Landesfläche
auf rund vier Prozent zurückgegangen. Laut Hager zählen
Erosion und das veränderte, schnelle Abfließverhalten
von Niederschlägen zu den größten Problemen, die
aus dem Verlust intakter Waldflächen entstehen: "In
Trockenzeiten führt dies in betroffenen Gegenden zu extremen
Dürren, da Quellen durch die fehlende Bodenspeicherung zu
schnell versiegen."
Europa bescheinigt die UN-Studie entgegen dem globalen Trend
ein jährliches Wachstum von 661.000 Hektar bzw. 0,1 Prozent
Waldfläche pro Jahr. "Die Tendenz ist eindeutig",
bestätigt Hager, "der Wald nimmt hierzulande nicht nur
flächenmäßig, sondern auch gemessen am Holzvorrat
pro Flächeneinheit zu". Positiv beurteilt Hager auch
die seit den späten 90er-Jahren beobachtete stetige Zunahme
von Naturwaldreservaten. So halte man beispielsweise in Österreich
mittlerweile bei 180 vertraglich abgesicherten Reservaten. Diese
würden maßgeblich zu einer Verbesserung der Qualität
der Wälder beitragen, so der Experte gegenüber pressetext
abschließend.
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