Mit dem Kabeljau-Lineal an die Fischtheke
Werden Kabeljau, Scholle, Sprotte und Hering
zu jung gefangen, hatten sie zuvor keine Chance abzulaichen. Ein
neuartiges Fischlineal soll nun die bedrohten Fische aus Nord-
und Ostsee retten.
(vv) - Viele der gegenwärtig auf dem Markt oder im Handel
angebotenen Fische sind zu klein. Sie wurden gefangen, bevor sie
sich fortpflanzen konnten - und das gefährdet die Zukunft
der Bestände insgesamt. Wer also auch in Zukunft noch Kabeljau,
Scholle oder Makrele auf dem Teller haben möchte, sollte
beim Fisch-Einkauf auf die Größe achten. Dies meint
jedenfalls das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften
(IFM-GEOMAR) in Kiel und entwickelte den "Fisch-Max",
eine Art Fischlineal für den Einkauf.
Mit dem "Fisch-Max" kann der Verbraucher an der Theke
die Größe des Fisches messen - und zugleich ablesen,
ob er schon die Chance hatte, abzulaichen. "Bitte kaufen
Sie nur Fische, die mindestens so groß sind wie die auf
dem Lineal abgebildeten Markierungen. Damit können Sie mithelfen,
die Fischbestände in Nord- und Ostsee zu erhalten",
wünschen sich die Forscher.
Die Idee
der Wissenschaftler: Da die Politik untätig sei, solle
der Verbraucher mit dem "Fisch-Max" Druck auf den Handel
ausüben. Der Handel würde diesen Druck dann an die Einkäufer
und damit schließlich an die Fischer weitergeben, hoffen
die Forscher. Das Lineal misst neben dem Kabeljau auch Scholle,
Sprotte, Hering, Makrele und Steinbutt. Bisher ist "Fisch-Max"
allerdings nur in Kiel erhältlich. Die Leibniz-Forscher suchen
nun Sponsoren und Partner, um ihn europaweit anbieten zu können.
Wer nicht so lange warten möchte, kann den "Fisch-Max"
als PDF-Datei herunterladen und ausdrucken. Oder mit einem
herkömmlichen Lineal die nötige Länge messen: Ostsee-Kabeljau
oder Dorsch muss 43 Zentimeter, Kabeljau aus der Nordsee 68 Zentimeter
groß sein, damit die Tiere ablaichen konnten.
Weitere Infos für Fischliebhaber bieten der Einkaufsführer
des WWF und der Greenpeace-Fischratgeber
sowie das MSC-Siegel.
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