Ebola bedroht Menschenaffen in Afrika
Leipziger Max-Planck-Forscher haben herausgefunden,
dass der Ebola-Virus sich wie eine Welle durch ganz Zentralafrika
ausbreitet. Ein Impfprogramm soll nun die Menschenaffen in Afrika
vor Ebola schützen.
(vv) - Weil es starke innere Blutungen verursacht und äußerst
ansteckend ist, gilt das hämorrhagische Ebola-Fieber als
eine besonders gefährliche Krankheit. Ebola tötete nicht
nur rund 80 Prozent der menschlichen Patienten, sondern auch zehntausende
westliche Flachlandgorillas und Schimpansen und ist damit zu einer
Hauptbedrohung für das Überleben der Menschenaffen in
Afrika geworden. Das Mysterium Ebola vergrößerte sich
noch dadurch, dass die Krankheit oft Jahre oder gar Jahrzehnte
lang schläft und dann plötzlich an scheinbar beliebigen
Orten ausbricht.
Eine neue Studie von Forschern des Leipziger Max-Planck-Instituts
für evolutionäre Anthropologie und der US-amerikanischen
Emory University in der Fachzeitschrift PLoS Biology zeigt, dass
die Ausbrüche, die durch den äußerst ansteckenden
Zaire-Ebola-Stamm ausgelöst wurden, keineswegs beliebig sind.
Sie sind Teil einer einzigen Infektionswelle, die sich im Laufe
der letzten drei Jahrzehnte schrittweise in Zentralafrika ausgebreitet
hat. Die neuen Erkenntnisse werfen nun ein neues, optimistischeres
Licht auf eine mögliche Kontrolle der Auswirkungen des Ebola-Virus
auf den Menschen und die massiv vom Aussterben bedrohten Gorillas
und Schimpansen.

© A. Todd/MPI für evolutionäre
Anthropologie
Jugendlicher Westlicher Gorilla auf einem
Baum in Bai Hokou, Zentralafrikanische Republik
|
Ebola-Kontrolle möglich?
Die Aussichten, die Auswirkungen von Ebola kontrollieren zu können,
galten bisher als recht trübe. Man nahm an, dass Ebola-Zaire
über einen langen Zeitraum hinweg in einem riesigen Streifen
des zentralafrikanischen Waldes ruhte und dann durch bestimmte,
bisher nicht bekannte Faktoren ausgelöst wurde. Die neue
Studie zeigt nun, dass Ebola-Zaire-Ausbrüche nicht von Virenstämmen
verursacht wurden, die seit langer Zeit vor Ort geruht hatten,
sondern auf einen einzigen Virenstamm zurückzuführen
sind, der in den frühen 1970er-Jahren im Norden der Demokratischen
Republik Kongo die Runde machte.
Diese Stetigkeit bei der Verbreitung von Ebola macht den Forschern
Hoffnung auf eine mögliche Ebola-Kontrolle, weil Kontrollmaßnahmen
wie zum Beispiel Impfungen unmittelbar vor einer ansteigenden
Ebola-Infektionswelle gezielt eingesetzt werden könnten.
In zwei experimentellen Impfungen wurden Affen bereits erfolgreich
vor einer Infektion mit Ebola geschützt.
Impfprogramm zum Schutz der Menschenaffen
"Einen Impfstoff so anzupassen, dass wir ihn für frei
lebende Menschenaffen verwenden können, ist höchste
Priorität, um diese Arten zu erhalten", sagt der Max-Planck-Forscher
und Hauptautor der Studie, Peter Walsh. "Ebola hat gerade
die zwei größten Gorilla-Populationen der Welt vernichtet
und einige kleinere dazu. Mit der aktuellen Verbreitungsrate könnte
Ebola innerhalb der nächsten fünf Jahre die meisten
der noch verbliebenen größeren Populationen treffen.
Wir suchen daher verzweifelt nach Mitteln, um ein Impfprogramm
zum Schutz dieser Menschenaffen vor Ebola aufzuziehen."
Ein Impfprogramm für Menschenaffen könnte auch für
die Menschen selbst von Vorteil sein, da viele der Krankheitsausbrüche
in der Region auf den Kontakt von Menschen mit den infizierten
Kadavern von Menschenaffen zurückgeführt werden konnten.
Seite
drucken
Hinweis
versenden
|