Amphibien sterben wegen Schwangerschaftstests
Amphibien sind weltweit durch eine Pilzinfektion
bedroht. Sie hat sich vermutlich verbreitet, als Frösche
noch für Schwangerschaftstests gebraucht wurden.
Hamburg (vv) - Rund 30 Prozent aller Lurcharten sind zur Zeit
vom Aussterben bedroht. Wie GEO.de
aktuell berichtet ist eine wesentliche Ursache dafür die
Pilzkrankheit Chytridiomykose. Australische Forscher haben nun
entdeckt, dass sich der Pilz vermutlich in Labors verbreitet hat,
wo in den 1930er und 1940er Jahren afrikanische
Xenopus-Frösche in Schwangerschaftstests benutzt wurden und
dabei wohl mit anderen Amphibien in Kontakt kamen.
Der aus Südafrika stammende Xenopus laevis ist selbst immun
gegen die Krankheit, aber schon seit langem Träger des Pilzes
Batrachochytrium dendrobatidis. Das konnte ein Team von Tropenmedizinern
um Rick Speare von der James Cook Universität in Townsville
nachweisen, das konservierte Exemplare der Gattung in südafrikanischen
Museen auf Pilzbefall untersucht hat.
Krallenfrösche als lebende Schwangerschaftstests
Vor rund 70 Jahren wurden Tausende Xenopus-Frösche nach
Europa, Australien, Asien und Nordamerika importiert, weil sie
sich als lebender Schwangerschaftstest eigneten. Frauenurin wurde
den Tieren damals unter die Haut gespritzt, und wenn die Spenderin
ein Kind erwartete, lösten die Hormone bei den Fröschen
einen Eisprung aus oder führten zur Produktion von Spermien.
Ein Drittel aller Amphibien-Arten gefährdet
Weltweit ist fast ein
Drittel aller bekannten Amphibienarten in ihrem Bestand gefährdet.
Das ergab die bislang größte Untersuchung dieser Tierarten,
das Global
Amphibian Assessment im vergangenen Jahr. Fast 2.500 der 5.743
bekannten Amphibienarten erfahren demnach einen Rückgang
ihrer Bestände, 1.856 Arten (32 Prozent) müssen mindestens
als gefährdet eingestuft werden. Experten denken inzwischen
darüber nach, ein globales Rettungsprogramm aufzulegen. Dabei
sollen Tiere in Gefangenschaft nachgezüchtet und anschließend
ausgewildert werden. Das Programm würde nach Angaben der
BBC
400 Millionen US-Dollar verteilt auf fünf Jahre kosten.
In Deutschland fehlen Laichgewässer
Unter den in Deutschland heimischen 20 Amphibienarten steht die
Rotbauchunke ganz oben auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten.
Hauptursachen sind laut WWF
das Verschwinden von Laichgewässern und der Einsatz von Pflanzenschutz-
und Düngemitteln in der Landwirtschaft. Hinzu kommen Umweltverschmutzung
und zunehmend Erkrankungen wie Pilzbefall. Zusätzlich würden
durch landwirtschaftliche Mähmaschinen jedes Jahr viele Amphibien
getötet.
Wenn wir Frösche, Kröten und Salamander dauerhaft
schützen wollen, müssen wir ihre Lebensräume wieder
erweitern, fordert der WWF. Besonders wichtig seien Laichgewässer
und eine umweltfreundliche Landwirtschaft.
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