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- 19.09.2005 -

 

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Pilz des Jahres 2006 ist der Ästige Stachelbart

Ein wie eine Koralle geformter Pilz, der Ästige Stachelbart, ist der Pilz des Jahres 2006. Die seltene und gefährdete Pilzart lebt in alten Buchenwäldern.

(vv) - Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) hat den Ästigen Stachelbart zum "Pilz des Jahres 2006" gewählt, um auf eine seltene und gefährdete Pilzart hinzuweisen, deren Lebensraum in alten Buchenwäldern geschützt werden sollte.

Der Ästige Stachelbart (Hericium coralloides) sieht aus wie eine Koralle mit oft mehr als 20 cm im Durchmesser. Er entspringt einem dicken Strunk, verzweigt sich in immer feinere Äste, an denen sich seine Sporen bilden. Jedes kleine Ästchen bildet Hunderte davon. Sie sind es, die wiederum an alten Buchen auskeimen, ein feines Geflecht, ihr Myzel, im Holz bilden und den Stamm vermorschen lassen.

Der Pilz wächst nur auf totem Holz und schädigt nicht die lebende Buche. Vielmehr trägt er dazu bei, den organischen Abfall des Waldes zu beseitigen und bereitet damit auch für andere Organismen einen Lebensraum: für Insekten, die im morschen Holz leben oder für Spechte, die dort leichter ihre Höhle zimmern können.


© Deutsche Gesellschaft für Mykologie

Ästiger Stachelbart (Hericium coralloides)

 

Obwohl der Ästige Stachelbart auch an anderen Bäumen wächst, sind zumindest in Europa alte Buchenwälder sein eigentlicher Lebensraum. Mit dem Verschwinden alter Buchen engt sich daher auch sein Vorkommen ein. In Deutschland ist der Pilz deshalb stark gefährdet, nur in Regionen mit alten Buchenbeständen kann man ihm noch etwas häufiger begegnen - wie zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern. In den Wäldern sollten absterbende Buchen deshalb stehen gelassen werden, um den Lebensraum für Pilze und andere Organismen zu erhalten, rät die Pilzkunde-Gesellschaft.

Die DGfM lobt, dass immer mehr Fichtenmonokulturen durch Zwischenpflanzen von Buchen in Mischwälder umgestalten werden. Dies werde dem Ästigen Stachelbart künftig bessere Lebensräume ermöglichen. Allerdings erst in mehr als 100 Jahren - dann, wenn die heute gepflanzten Buchen das nötige Alter erreicht haben.

 

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 Mehr Informationen:

Deutsche Gesellschaft für Mykologie

"Natur des Jahres"

 

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