Sender helfen bei Erforschung von Zwergelefanten
Satellitensender sollen bei der Erforschung
von Zwergelefanten auf der südostasiatischen Insel Borneo
helfen.
(vv) - Das bisher unbekannte Leben der kleinsten Elefanten der
Welt will die Umweltstiftung WWF erforschen. Dazu wurden fünf
Borneo-Zwergelefanten mit Satelliten-Sendern ausgestattet. Mit
deren Hilfe sollen unter anderem die Wanderwege der Elefanten
beobachtet werden.
Die Borneo-Elefanten sind mit einer Größe von drei
Metern und einem Gewicht bis zu 4500 Kilogramm deutlich kleiner
und leichter als zum Beispiel afrikanische Elefanten. Mit etwa
2.000 Tieren steht der Borneo-Zwergelefant nach Angaben der WWF
vor dem Aussterben. Die nur auf der südostasiatischen Insel
vorkommende Unterart des asiatischen Elefanten sei durch massive
Rodung der Regenwälder für Ölpalm-Plantagen gefährdet.

© WWF / Cede Prudente
Zwergelefanten: Mutter und Kalb (in Sabah/Borneo)
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Weitgehend unerforscht
Anders als seine größeren Verwandten ist der
Borneo-Zwergelefant noch immer ein weitgehend rätselhaftes
und unerforschtes Tier. Wir wollen herausfinden, wie groß
sein Streifgebiet ist, wie seine Wanderwege aussehen, wie oft
er Nachwuchs bekommt und wie viele Elefanten es tatsächlich
noch gibt, erläuterte WWF-Artenschützer Stefan
Ziegler das auf fünf Jahre angelegte Projekt im malaysischen
Bundesstaat Sabah. So bekomme der WWF wertvolle Informationen
für die Ausweisung neuer Schutzgebiete.
Die Lage der Zwergelefanten ist laut WWF dramatisch. Am Kinabatangan-Fluss,
einem der längsten Ströme Borneos, blieiben den Tieren
nur noch kleine Waldinseln in einem Meer von Plantagen. Die Umwandlung
in Ölpalmen-Felder sei die größte Gefahr für
die Wälder Borneos. Bis heute mussten hier nach Angaben des
WWF 1,6 Millionen Hektar Regenwald weichen.
Weil der Lebensraum zu klein ist und die Nahrung für die
Dickhäuter knapp wird, dringen die Elefanten häufig
in die Plantagen ein, wo sie die Früchte und Blätter
der Ölpalmen fressen. In der Folge würden immer wieder
Tiere getötet. Der WWF will deshalb entlang des Kinabatangan-Flusses
ein durch Korridore verbundenes Netz aus Schutzgebieten schaffen,
um das Überleben der Elefanten zu sichern. Zudem sollen Modelle
zur Vermeidung von Mensch-Elefant-Konflikten entwickelt werden.
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