Goldrute und Co. verdrängen heimische Arten
Von den mehreren Tausend nach Deutschland eingeführten
Pflanzenarten verursachen einige Arten massive Schäden.
(aid) - Was versteht man unter "biologischer Invasion"
und was bedeuten solche Invasionen für die Vielfalt an heimischen
Organismen? Biologische Invasionen, darunter werden die durch
Menschen ermöglichte Vermehrung und Ausbreitung von Organismen
außerhalb ihrer natürlichen Herkunftsgebiete verstanden.
Sie gelten weltweit als wesentlicher Gefährdungsfaktor der
Biodiversität und verursachen Kosten in Milliardenhöhe.
Beeinträchtigungen der natürlich vorkommenden Organismen
können durch unmittelbare Effekte (Schädlinge, Pathogene,
Konkurrenz), direkte Effekte (z.B. Stickstoff-Anreicherung) sowie
genetische Veränderungen entstehen. Von den mehreren Tausend
nach Deutschland eingeführten Pflanzenarten verursachen nur
einige wenige Arten massive Schäden.
Während der Tagung "Invasive Arten in Deutschland:
Aktivitäten und Umsetzungsmöglichkeiten", die kürzlich
in Göttingen stattfand, wurde eine vom Bundesamt für
Naturschutz (BfN) in Auftrag gegebene Umfrage bei Mitarbeitenden
von Naturschutzbehörden vorgestellt. Riesenbärenklau,
Indisches Springkraut, Staudenknöterich und Goldruten wurden
als häufigste Problemfälle unter den invasiven Pflanzenarten
genannt. Vor allem die mit der Ausbreitung der so genannten Neophyten
befürchteten Verdrängungseffekte wurden kritisch bewertet.
Bekämpfungsmaßnahmen waren bisher in den wenigsten
Fällen von Erfolg gekrönt.
Beispiele aus Hamburg-Wandsbek und Freiburg, wo Riesenbärenklau
bzw. Staudenknöterich-Arten erfolgreich bekämpft wurden,
zeigen, dass dies nur möglich ist, wenn die Zuständigkeiten
geklärt sind und eine Abstimmung zwischen allen Beteiligten
stattfindet. Eine Einbindung von freiwilligen Helfern, zum Beispiel
in Form von Bachpaten, ist sinnvoll. Die Bevölkerung muss
informiert werden (Flyer, Internet, etc.) und entsprechende Logistik
(Werkzeug, Abtransport des Materials, etc.) vorhanden sein. Auf
die Biologie der invasiven Pflanzenarten zugeschnittene Bekämpfungsmaßnahmen
in definierten, überschaubaren Abschnitten haben sich als
zweckmäßig erwiesen.
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