Europäer würden für Tierschutz mehr zahlen
Europas Verbraucher sind laut einer Umfrage
bereit, mehr für Lebensmittel aus artgerechter Tierhaltung
zu bezahlen. Sie wünschen sich aber eine bessere Kennzeichnung
der Produkte.
(vv) - Europäische Verbraucher sind bereit, mehr für
Lebensmittel aus artgerechter Tierhaltung zu bezahlen. Aber sie
wünschen sich, dass diese Produkte besser gekennzeichnet
werden. Dies ergab eine EU-weite Meinungsumfrage über die
Einstellung der Verbraucher zur artgerechten Tierhaltung. Die
"Eurobarometer"-Umfrage wurde am Donnerstag vom EU-Kommissar
für Gesundheit und Verbraucherschutz Markos Kyprianou vorgestellt.
Die Umfrage zeigt, dass drei Viertel der Verbraucher glauben,
durch ihre Kaufentscheidungen die artgerechte Tierhaltung fördern
zu können. Zudem sind mehr als die Hälfte der Befragten
bereit, einen höheren Preis für Lebensmittel aus artgerechter
Tierhaltung zu bezahlen. Die Verbraucher beklagen jedoch, dass
es schwierig sei, diese Produkte zu erkennen.
Die Umfrage beschäftigt sich mit den Fragen, wie die Verbraucher
zur artgerechten Tierhaltung stehen, wie ihr Kaufverhalten dadurch
beeinflusst wird und wie sie den Tierschutz auf EU-Ebene sehen.
Sie wurde im Februar/März 2005 mit durchschnittlich 1000
Befragten in jedem der 25 EU-Mitgliedstaaten durchgeführt.
Laut der Umfrage sind die Verbraucher sehr zuversichtlich, dass
sie den Tierschutz verbessern können, wenn sie Produkte aus
artgerechter Tierhaltung kaufen: 74 % sind der Ansicht, dass dies
dem Tierschutz förderlich sein könnte, 19 % glauben
dies nicht. Des Weiteren sind 57 % der Verbraucher bereit, einen
höheren Preis für Eier aus artgerechterer Haltung zu
bezahlen, 34 % lehnen dies ab.
Es wird jedoch auch deutlich, dass unklare Lebensmittelkennzeichnungen
die Kaufentscheidung der Verbraucher beeinträchtigen: 32
% der Verbraucher konnten noch nie solche Produkte aus artgerechter
Haltung erkennen und 19 % gelang dies nur sehr selten. Die Verbraucher
sind im Allgemeinen der Ansicht, dass in der Agrarpolitik ihrer
Länder dem Tierschutz zu wenig Gewicht beigemessen wird.
Nur 7 % der Befragten waren der Ansicht, dass der Tierschutz einen
zu hohen Stellenwert einnehme.
Kommissionsmitglied Kyprianou sagte dazu: Die europäischen
Verbraucher sind wirklich am Tierschutz interessiert und möchten
informierte Kaufentscheidungen treffen. Es fehlt ihnen jedoch
an Informationen darüber, welche Produkte aus artgerechter
Tierhaltung stammen. Die Kommission sucht nun nach Möglichkeiten,
diese Informationslücke durch neue Kennzeichnungsinitiativen
zu schließen.
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