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- 27.04.2005 -

 

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Schmetterlinge und Vögel schätzen offene Flächen und Brachen

Die Landwirtschaft prägt den Lebensraum vieler Tierarten: Schmetterlinge schätzen wenig genutzte Flächen, Feldvögel brüten besonders gern auf Ackerbrachen.

(aid/vv) - Das Überleben mancher Schmetterlingsarten hängt davon ab, wie sich ihre Eier und Larven entwickeln können. Da sich die Schmetterlingsarten und tagaktiven Nachtfalter in ihrem Frühstadium nicht fortbewegen, sind die Standortverhältnisse extrem wichtig für ihr Überleben. Der Landschaftsökologe Thomas Fartmann von der Universität Münster hat festgestellt, dass Lage, Vegetation, Boden und Sonnenscheindauer die entscheidenden Faktoren für die Entwicklung der Schmetterlings-Frühstadien sind.

Intensiv genutzte Ackerflächen eigneten sich ebenso wenig zur Eiablage wie überhaupt nicht genutzte bzw. gepflegte Naturschutzflächen. Eine geschlossene Grasnarbe sei extrem lebensfeindlich. Fartmann weist auf die Entwicklung der Magerstandorte hin, deren Ökosysteme sich der regelmäßigen Beweidung angepasst hätten. Auf Standorten mit einer aufgebrochenen Grasnarbe könne sich eine vielfältigere Vegetation entwickeln als auf sich selbst überlassenen Flächen. Im Naturschutz gehe es darum, Prioritäten zu setzen und zu entscheiden, was geschützt werden solle.

Mehr Brutvögel auf Brachflächen

Auf mehrjährigen Buntbrachen haben Vogelkundler zudem bis zu 66% mehr Brutvogelarten als auf üblichen landwirtschaftlichen Nutzflächen nachgewiesen. Dies teilte die Deutsche Wildtier Stiftung mit, die 2003 das Projekt "Lebensraum Brache" startete. Die Ergebnisse aus dem Projekt wiesen darauf hin, dass Ackerbrachen ganzjährig von besonderer Bedeutung für die heimische Vogelwelt seien. Im Frühjahr und Sommer brüteten hier zahlreiche Vogelarten und in den kargen winterlichen Agrarlandschaften bereicherten Brachflächen nicht nur das Nahrungsangebot der Feldvögel, sondern auch vieler anderer Wildtiere.

Da mehr als die Hälfte der Fläche Deutschlands landwirtschaftlich genutzt werde, prägten Landwirte den Lebensraum vieler Vogelarten, insbesondere der Feldvögel maßgeblich. In ganz Europa würden Kiebitz, Feldlerche, Rebhuhn und andere Feldvögel an dramatischen Bestandsrückgängen leiden, so die Deutsche Wildtier Stiftung. 65% aller Vogelarten der Agrarlandschaften stünden auf der Roten Liste der bedrohten Brutvögel Deutschlands. Buntbrachen könnten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung dieser Arten leisten, schließt die Stiftung aus den bisherigen Erfolgen des Projekts "Lebensraum Brache".

 

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© DBU

Der häufigste Brutvogel auf den untersuchten Buntbrachen ist die Feldlerche.


 Mehr Informationen:

Universität Münster

Deutsche Wildtier Stiftung: "Lebensraum Brache"

 

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