Schmetterlinge und Vögel schätzen offene Flächen
und Brachen
Die Landwirtschaft prägt den Lebensraum
vieler Tierarten: Schmetterlinge schätzen wenig genutzte
Flächen, Feldvögel brüten besonders gern auf Ackerbrachen.
(aid/vv) - Das Überleben mancher Schmetterlingsarten hängt
davon ab, wie sich ihre Eier und Larven entwickeln können.
Da sich die Schmetterlingsarten und tagaktiven Nachtfalter in
ihrem Frühstadium nicht fortbewegen, sind die Standortverhältnisse
extrem wichtig für ihr Überleben. Der Landschaftsökologe
Thomas Fartmann von der Universität Münster hat festgestellt,
dass Lage, Vegetation, Boden und Sonnenscheindauer die entscheidenden
Faktoren für die Entwicklung der Schmetterlings-Frühstadien
sind.
Intensiv genutzte Ackerflächen eigneten sich ebenso wenig
zur Eiablage wie überhaupt nicht genutzte bzw. gepflegte
Naturschutzflächen. Eine geschlossene Grasnarbe sei extrem
lebensfeindlich. Fartmann weist auf die Entwicklung der Magerstandorte
hin, deren Ökosysteme sich der regelmäßigen Beweidung
angepasst hätten. Auf Standorten mit einer aufgebrochenen
Grasnarbe könne sich eine vielfältigere Vegetation entwickeln
als auf sich selbst überlassenen Flächen. Im Naturschutz
gehe es darum, Prioritäten zu setzen und zu entscheiden,
was geschützt werden solle.
Mehr Brutvögel auf Brachflächen
Auf mehrjährigen Buntbrachen haben Vogelkundler zudem bis
zu 66% mehr Brutvogelarten als auf üblichen landwirtschaftlichen
Nutzflächen nachgewiesen. Dies teilte die Deutsche Wildtier
Stiftung mit, die 2003 das Projekt "Lebensraum Brache"
startete. Die Ergebnisse aus dem Projekt wiesen darauf hin, dass
Ackerbrachen ganzjährig von besonderer Bedeutung für
die heimische Vogelwelt seien. Im Frühjahr und Sommer brüteten
hier zahlreiche Vogelarten und in den kargen winterlichen Agrarlandschaften
bereicherten Brachflächen nicht nur das Nahrungsangebot der
Feldvögel, sondern auch vieler anderer Wildtiere.
Da mehr als die Hälfte der Fläche Deutschlands landwirtschaftlich
genutzt werde, prägten Landwirte den Lebensraum vieler Vogelarten,
insbesondere der Feldvögel maßgeblich. In ganz Europa
würden Kiebitz, Feldlerche, Rebhuhn und andere Feldvögel
an dramatischen Bestandsrückgängen leiden, so die Deutsche
Wildtier Stiftung. 65% aller Vogelarten der Agrarlandschaften
stünden auf der Roten Liste der bedrohten Brutvögel
Deutschlands. Buntbrachen könnten einen wichtigen Beitrag
zur Erhaltung dieser Arten leisten, schließt die Stiftung
aus den bisherigen Erfolgen des Projekts "Lebensraum Brache".
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