SMS vom Luchs
Für ein Forschungsprojekt im Nationalpark
Bayerischer Wald wurden weltweit erstmalig GPS-Halsbänder
an Luchsen eingesetzt.
(vv) - Im Nationalpark Bayerischer Wald wurde Anfang März
ein wilder Luchs gefangen, mit einem Halsband mit der Satellitennavigationstechnik
GPS versehen und wieder freigelassen. Die weltweit erstmalig an
Luchsen eingesetzte Technik mit GPS-Halsbändern funktioniere
zuverlässig und liefere neue Erkenntnisse über deren
Revierverhalten, berichtete das bayerische Umweltministerium am
Donnerstag in München. Die Luchs-Forscher erhalten mehrmals
täglich die aktuellen Aufenthaltsorte des Luchses per SMS
mit einer Genauigkeit von zirka 10 Metern. Bis zu 20 Kilometer
legte der Luchs an einem Stück zurück, und das nicht
nur nachts wie ursprünglich vermutet, sondern auch tagsüber.
Jäger und Beute: Auch Rehe erhalten Sender
Der Luchs und seine Verbreitung sowie seine Rolle im Bergwaldökosystem
beiderseits der Grenze soll in den nächsten Jahren einen
Forschungsschwerpunkt des Nationalparks Bayerischer Wald bilden.
Hierzu werden in einer Testphase zunächst zwei Luchse mit
einem satellitengestützten Senderhalsband versehen. Ist die
Testphase erfolgreich, erhalten bis zu sechs Luchse und zehn Rehe
einen Sender, um die Interaktion zwischen Jäger und Beute
zu erforschen.
Wieder Wölfe in Bayern
Der Luchs ist inzwischen in Bayern, Sachsen, Thüringen,
Tschechien und Österreich verbreitet. In Bayern ist er neben
seiner "neuen Heimat" im Bayerischen Waldauch schon
im Fichtelgebirge, im Frankenwald, im Altmühltal und in der
Fränkischen Schweiz gesichtet worden. Nachdem laut bayerischem
Umweltministerium inzwischen auch Wölfe das bayerisch-böhmische
Grenzgebirge durchstreifen, soll nun eine Arbeitsgruppe "Große
Beutegreifer" eingerichtet werden, um ein "akzeptiertes
und langfristiges Miteinander von Mensch und Tier" zu erreichen.
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